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Tirschenreuth/Hilpoltstein: Schwarzstorch illegal getötet

Ein seltener Schwarzstorch wurde bereits Anfang Juni in Hilpoltstein im Allgäu illegal erschossen. Der Storch stammt aus Tirschenreuth und wurde dort als Jungvogel beringt.

Der Landesbund für Vogelschutz hält nicht nur den Abschuss an sich für einen Skandal, sondern auch die Vorgehensweise der Polizei. Laut LBV habe die Polizei den illegal erschossenen Storch einfach entsorgen lassen und somit alle Beweismittel zerstört. Deshalb setzt der LBV nun eine Belohnung von 1000 Euro aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Der Storch hätte in den Augen des LBV an einen Tierarzt zur Obduktion übergeben werden müssen. Nur dann sei überhaupt eine Aufklärung möglich gewesen.

Überhaupt würden sich die illegal erschossenen Wildtiere häufen. Vor allem in der Oberpfalz und in Niederbayern würden häufig Luchse, Greif- und Eulenvögel getötet werden. Allerdings würde hier die Polizei wesentlich sorgfältiger bei der Aufklärung solcher Taten vorgehen, sagt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Der getötete Schwarzstorch aus Tirschenreuth wurde derart professionell erschossen, dass der LBV davon ausgeht, das der Täter ein Jäger gewesen sein könnte. Man wolle aber auf keinen Fall einen gesamten Berufsstand unter Generalverdacht stellen, sagt Dr. Schäffer. Eigentlich würde der LBV gut mit den Jägern zusammenarbeiten.

Der Schwarzstorch stand bis zum vergangenen Jahr auf der Roten Liste. Immer noch ist es ein sehr seltenes Tier in Bayern. Er ist durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Ein illegales Töten kann mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. (eg)

Bild: Z. Tunka