Umweltschutzberuf Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice

Die Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice führt in einen zukunftsträchtigen Beruf ein. Seit einigen Jahren zählt der Beruf zu den staatlich anerkannten Ausbildungsberufen. Die öffentliche Kanalisation und die privaten Rohrsysteme müssen auch in den kommenden Jahrzehnten gepflegt und instandgehalten werden. Zunehmendes Umweltbewusstsein und die Digitalisierung haben den Beruf stark verändert.

 

Die Aufgaben der Rohrreinigungsbranche

Rohrleitungsspezialisten beseitigen Verstopfungen, untersuchen Rohr- und Kanalsysteme auf Schäden, reparieren defekte Leitungen und fühlen sich überwiegend dem Umweltschutz verpflichtet. Wird nicht rechtzeitig gehandelt, können schnell teure Wasserschäden entstehen. Früher oft eingesetzte aggressive chemische Reinigungsmittel werden mehr und mehr durch intelligente Technologien ersetzt. Über Sensoren und Kameras gesteuerte kleine Maschinen dringen in das Rohrsystem ein und werden von der Fachkraft gesteuert. Die Spezialisten werden auch in der Industrie eingesetzt. Zum Berufsbild gehören die Behebung von Störungen an den Arbeitsgeräten, Einsatzdokumentationen und wirtschaftliche Aspekte des Einsatzes. Wer bei Abflussproblemen, die Leitungssanierung oder anderen Problemen rund um die Rohrsysteme Hilfe braucht, bestellt einen professionellen Rohrreiniger. Das Abwasserkanalnetz in Deutschland misst knapp 600.000 Kilometer. Etwa 10.000 Kläranlagen sind angeschlossen. Hinzu kommen die Rohrsysteme der privaten Haushalte und der Industrieanlagen. Der Beruf hat eine für Umwelt und Gesundheit in unserer Gesellschaft sehr wichtige Aufgabe.

 

Die Fachausbildung

Es handelt sich um einen technisch anspruchsvollen Beruf, der immer stärker vom Umweltschutz und von modernen Technologien geprägt wird. Diese Technologien erlauben heute Arbeitseinsätze, die früher undenkbar gewesen wären. So kann in Rohren repariert werden, ohne dass Mauern oder Böden dafür geöffnet werden müssen. Kleine Maschinen jagen, auf Bildschirmen visuell verfolgt, durch die Rohrsysteme. Diese Maschinen spüren Probleme auf, andere Maschinen lösen dann die Probleme im Rohrsystem. Die Fachausbildung lehrt den Umgang mit diesen Maschinen. Die Ausbildung grenzt sich von folgenden benachbarten Berufen ab:

  • Fachkraft für Wasserversorgungstechnik
  • Fachkraft für Abwassertechnik
  • Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Die Ausbildung kann in gewerblichen oder kommunalen Unternehmen stattfinden und dauert drei Jahre. Der ausgebildete Spezialist findet Arbeit bei privaten oder öffentlichen Unternehmen. Als Meister kann sich der Spezialist selbstständig machen. Der Rohrreiniger erlernt das Reinigen industrieller und abwassertechnischer Anlagen. Fragen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes, der Maschinensteuerung und der Sicherheit sind Ausbildungsinhalt. Im Jahre 2018 haben rund 200 Spezialisten die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Dazu gehören auch einige wenige Frauen.

 

Spezielle Aspekte der Ausbildung

Umweltschutz ist eine zentrale Aufgabe des modernen Rohrreinigers. Vor größeren Einsätzen wird ein spezielles Umweltkonzept für den Auftrag erstellt. Das Konzept stellte sicher, dass nur solche Arbeitsmittel eingesetzt werden, die eine optimale Schonung der Umwelt und insbesondere des Wassers gewährleisten. Der Spezialist erlernt in diesem vielseitigen Beruf den Umgang mit Mikroorganismen und die Gefahren, die von Chemikalien ausgehen. Daneben sind technische Aspekte wie die Bedienung moderner Maschinen, Kenntnisse über technologische Entwicklungstrends und die Maschineninstandhaltung Ausbildungsinhalt. Spezielle Arbeitssituationen wie die Arbeit in engen Räumen und Behältern werden trainiert. Der Spezialist erhält genaue Kenntnis über den Umgang mit bei seiner Arbeit entstehenden Reststoffen und die Abfallbeseitigung. So hat sich der Beruf hin auf die moderne Umwelttechnik entwickelt. Insbesondere Fachkräfte, die sich auf die Wartung industrieller Anlagen spezialisiert haben, können mit recht hohem Verdienst rechnen.