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Ursensollen: „Gemeinwohl-Ökonomie“

„Gemeinwohl-Ökonomie“, so der Titel einer Veranstaltung der ÖDP gestern im KUBUS Ursensollen. Der Autor Christian Felber hat dort über das von ihm initiiertes Projekt berichtet, das zum Ziel hat, die Marktwirtschaft am Gemeinwohl auszurichten. Im Kapitalismus sei die Vermehrung des Kapitals das oberste wirtschaftliche Ziel, das müsse geändert werden, so Felber.

Ausführlichere Informationen zum Wirtschaftsmodell, das von Felber mitentworfene Wirtschaftsmodell gibt die Pressemitteilung der ÖDP:

„Gemeinwohl-Ökonomie GWÖ – Die Chance auf ein gutes Leben für alle – unter diesem Motto stellte Christian Felber das von ihm mitentworfene neu Wirtschaftsmodell vor. In aktuellen Umfragen wird deutlich, dass die Menschen mit dem neoliberalen Kapitalismus unzufrieden sind. So wünschen sich in Deutschland 78 Prozent der Befragten ein menschlicheres Wirtschaftssystem. Felber stellte anhand der Verfassungsordnungen demokratischer Länder dar, dass danach alle wirtschaftliche Tätigkeit dem Gemeinwohl zu dienen habe, wie es zum Beispiel Art. 14 Grundgesetz fordert. In der Praxis haben die Ökonomen dieses Ziel völlig aus den Augen verloren und als einziges Ziel die Kapitalvermehrung festgesetzt. Das Wirtschaftsmittel Kapital wurde zum ausschließlichen Sinn aller wirtschaftlichen Tätigkeit erklärt. Die Auswüchse dieser Ideologie zeigen sich täglich. Extreme Einkommensunterschiede, z. B. Managergehälter bis zum 6.000-fachen eines Durchschnittlohns, Steuervermeidungsstrategien transnationaler Konzerne und zunehmende Machtkonzentration, insbesondere bei internationalen Bank- und Finanzgesellschaften. Die Gemeinwohlökonomie stellt dagegen den ursprünglichen Zweck wieder in den Mittelpunkt – das Gemeinwohl bzw. das gute Leben für alle. In einer Gemeinwohlbilanz, die für alle Unternehmen verpflichtend wird, werden die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die Mitarbeiter, die Kunden, die Umwelt und die Gesellschaft erfasst und messbar gemacht. Das Ergebnis der Gemeinwohlbilanz ist dann die Basis für die Besteuerung, je besser die Bilanz, desto geringer der Steuersatz. Auch auf die Förderung bzw. die Berücksichtigung bei öffentlichen Aufträgen ist die Gemeinwohlbilanz ausschlaggebend. Eine funktionierende Gemeinwohlökonomie erfordert auch die Begrenzung der Einkommensunterschiede. In der letzten Finanzkrise mussten insbesondere Banken mit Steuergeldern gerettet werden, weil diese Banken als systemrelevant erklärt wurden. Das widerspricht aber einer freien Marktwirtschaft. Solche Konzernstrukturen müssen über die Kartellkontrolle in Unternehmenseinheiten aufgespalten werden, die nicht systemrelevant sind, d. h. die bei schlechter Unternehmensführung auch in die Insolvenz gehen können. An den Vortrag von Christian Felber schloss sich eine intensive Diskussion an. Anschließend stellte sich der ÖDP-Direktkandidat Norbert Peter dem Publikum vor.“

(Videoreporter: Alfred Brönner / tg / nh / Pressemitteilung ÖDP)