Vilseck: 200 Jahre Lola Montez

Auf den Spuren von Lola Montez: Anlässlich ihres 200. Geburtstages hat sich die Stadt Vilseck etwas Besonderes einfallen lassen. Denn die schillernde Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts soll sich dort den Geschichten zufolge auf ihrer Flucht versteckt haben.

Lola Montez hat sich allen Benimmregeln für Frauen widersetzt, den Männern reihenweise die Köpfe verdreht und sogar König Ludwig I. das Herz gestohlen. Mit einem falschen spanischen Akzent gibt sie sich als Tänzerin aus und ist die Femme Fatale des 19. Jahrhunderts. Als Geliebte von König Ludwig I. ist sie allerdings wegen ihres Benehmens nicht beliebt bei den Münchnern. So kommt es, dass sie am 11. Februar 1848 fliehen muss.

Geliebte des Vilsecker Türmersohns
Auf der Flucht hat ihr der Vilsecker Türmersohn Elias Peißner geholfen. Er hat zuvor in München Jura studiert und die Burschenschaft der Alemannen gegründet. Die Burschenschaft scharrt sich um Lola Montez wie eine Leibgarde. Daher hilft Elias Peißner der falschen Spanierin auf ihrer Flucht. Dabei sollen sie für ein paar Tage auch Halt in Vilseck im Landkreis Amberg-Sulzbach gemacht haben.

Im Geburtshaus von Elias Peißner, dem heutigen Wünneberghaus in Vilseck, soll sich Lola Montez versteckt haben, während sich ganz Bayern fragte: Wo ist Lola? Auf dem Dachboden des Hauses haben die Besitzer noch bis ins Jahr 2000 ein Kleid aufbewahrt. Angeblich soll es Lola gehört haben. Seit 2000 steht das Kleid im Türmermuseum. Und es spricht viel dafür, dass es tatsächlich das Kleid der falschen Spanierin war.

Hat Lola ihr Kleid in Vilseck zurückgelassen?
Eine Untersuchung des Kleides hat gezeigt, dass es tatsächlich aus der Spätbiedermeierzeit stammt. Die Farbe Braun sei 1847 laut dem Berliner Modejournal sehr modern gewesen. So könnte es 1848 für die modebewusste Lola bereits „out“ gewesen sein, spekuliert Adolfine Nitschke, Leiterin des Kulturamts Vilseck. Vielleicht habe Lola es deshalb in Vilseck zurückgelassen? Oder es sei einfach auf der Flucht hinderlich gewesen – immerhin habe sich Lola viel verkleidet und sich in Männerkleidung und Schnurrbart getarnt.

Ob Lola Montez nun tatsächlich in Vilseck war, das ist nicht bewiesen. Aber das Gegenteil eben auch nicht. Und so halten die Vilsecker weiter an der Überlieferung fest. Für den 200. Geburtstag der falschen Spanierin haben sie sich deshalb auch etwas Besonderes einfallen lassen: Der Lola-Erker am Wünneberghaus wurde bunt beleuchtet.

Lola Montez war in Wahrheit Irin
Die Mätresse des Bayernkönigs Ludwig I. und Geliebte des Vilseckers Elias Peißner: Lola Montez, die falsche Spanierin, ist berühmt-berüchtigt. Und doch hat es die Frau in dem Sinne eigentlich nie gegeben: Geboren wurde sie am 17. Februar 1821 als Elisabeth Gilbert in Irland. Sie erlebt in ihrem Leben vieles und hat viele Umwege gemacht, erklärt Nitschke im Interview. Elisabeth Gilbert war in Schottland, England, Indien und Spanien. Dort habe sie einen großen Faible für die spanische Sprache und auch die spanischen Namen entwickelt, sodass aus ihr eine Senora Maria de los Dolores Morris y Montez wurde – kurz Lola Montez. Dabei ist „Lola“ die Kurzform von Dolores. Der Nachname „Montez“ geht auf einen berühmten Torero zurück. Sie gibt sich als Tochter einer verbannten spanischen Adelsfamilie aus und Witwe eines hingerichteten Rebellen.

(vl)