Vohenstrauß: Diskussionen über Krematorium

Krematorium – ja oder nein? Diese Frage stellt sich derzeit in Vohenstrauß im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Im November haben zwei Jungunternehmer Bürgermeister Andreas Wutzlhofer kontaktiert und nachgefragt, ob es möglich wäre, in Vohenstrauß ein Krematorium zu bauen.

„Wir haben die Sach- und Rechtslage im Stadtrat diskutieren lassen. Am 6. Dezember wurde schließlich der Beschluss gefasst, ein Bauleitverfahren einzuleiten. Das kann grundsätzlich nicht mit einer Genehmigung verbunden werden. Es ist nur eine Willenserklärung, ein Sondergebiet für ein Krematorium ausweisen zu wollen. Hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit – dafür ist das Landratsamt zuständig“, so der Bürgermeister von Vohenstrauß, der selbst grundsätzlich nichts gegen ein Krematorium hat.

Für Hans Karl ist das geplante Krematorium jedoch ein Dorn im Auge. Daher hat er zusammen mit einigen anderen Gegnern innerhalb von acht Tagen 926 Unterschriften gesammelt und Andreas Wutzlhofer übergeben. Die Gegner möchten damit einen Bürgerentscheid erreichen: „Der Standort für das geplante Krematorium passt einfach nicht. Es wäre zu nah an einem Wohngebiet. Außerdem befindet sich dort das Sportzentrum“, erzählt Krematorium-Gegner Hans Karl. Zur Diskussion steht ein Grundstück am südlichen Ortseingang von Vohenstrauß. Gegenüber befindet sich die Straßenmeisterei, direkt nebenan das Hackschnitzelwerk.

Für Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sei der Standort mit Anbindung an die Umgehungsstraße sowie die Nähe zur B22 und A6 ein guter Standort. Die Unterschriftenliste nimmt er jedoch zum Anlass, noch einmal über den Bau eines Krematoriums nachzudenken: „Die Unterschriftenliste mit 926 Unterschriften ist ein deutliches Signal für mich, dass sich sehr viele Bürger Gedanken machen, ob wir hier wirklich ein Krematorium brauchen.“

Ob das Bürgerbegehren „Kein Krematorium in Vohenstrauß“ zulässig ist, das entscheidet sich am 7. März in einer Stadtratssitzung. „So wie die Sachlage aktuell aussieht, gehe ich davon aus, dass es eine Zulässigkeit geben wird.“
„Der Bürgerentscheid würde dann voraussichtlich am 26. Mai, am Tag der Europawahl, stattfinden“, ergänzt Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. (jg)