Vohenstrauß: Zur Erinnerung an Proteste gegen WAA

Es war eines der umstrittensten Bauprojekte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf. Sie sollte die zentrale WAA für abgebrannte Brennstäbe aus Kernreaktoren in Deutschland werden. Daraus wurde aber nichts. Bereits mit Baubeginn im Jahr 1985 formierten sich Proteste aus der Bevölkerung gegen die Anlage, eine Bürgerinitiative wurde gegründet. Die Demonstrationen, die sich über Jahre erstreckten, nahmen im Laufe der Zeit immer größere Ausmaße an. An der Osterdemonstration 1986 beteiligten sich erstmals über 100.000 Menschen. Diese Demonstration ging aber nicht nur deshalb in die Geschichte ein. Sie ist auch ein dunkles Kapitel in der Geschichte der BRD. Die Polizeieinsatzkräfte setzten damals erstmals CS-Gas auch gegen friedliche Demonstranten ein. In der Folge eskalierte die Situation immer weiter. Der 10. Oktober 1987 ging als blutiger Höhepunkt der Proteste in die Geschichte ein.

Am Ende wurde der Bau der WAA 1989 eingestellt. Vergessen ist sie aber noch lange nicht. Zahlreiche Dokumentarfilme erinnern noch heute an die blutig niedergeschlagenen Proteste. Im Herbst 2018 soll jetzt auch ein Spielfilm dazu in die deutschen Kinos kommen. Im Mittelpunkt: Der damalige Landrat Hans Schuierer. Auch er war ein entschiedener Gegner der WAA. Gemeinsam mit Wolfgang Nowak, einem Mitbegründer der Bürgerinitiative gegen die WAA, sprach er heute im Rahmen eines Schülergesprächs in Vohenstrauß über die damaligen Ereignisse.
(ac)