Was wäre, wenn Amberg die Oberpfälzer Hauptstadt geblieben wäre?

Historiker Bastian Vergnon geht Fragen nach wie: Was wäre passiert, wenn Amberg 1810 nicht den Hauptstadtstatus der Oberpfalz verloren hätte oder wenn die atomare Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf gebaut worden wäre?

Was wäre, wenn die Proteste in den 1980er Jahren in Wackersdorf nicht erfolgreich gewesen wären? Wenn die atomare Wiederaufbereitungsanlage gebaut worden wäre? Solche Fragen stellt sich der Historiker Bastian Vergnon. Was nach Spielerei zum Zeitvertreib klingt, hat wissenschaftliche Relevanz. Es gehe darum, die Vergangenheit besser zu verstehen – auch für künftige Fragestellungen.

Vergnon fokussiert sich dabei auf die Oberpfalz – seine Heimat, aber auch eine Region mit historischer Bedeutung. Für Amberg ließen sich laut Vergnon vor allem zwei Ankerpunkte ausmachen: Der Verlust des Oberpfälzer Hauptstadtstatus 1810 und das nicht erfolgreiche Gesuch 1836, Amberg zum Eisenbahnknotenpunkt zu machen.

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Auch in jüngerer Vergangenheit hat Vergnon Ankerpunkte ausfindig gemacht. Dazu gehört die Standortfrage der Hochschule Amberg-Weiden. Aber eben auch die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Wäre sie trotz Protesten gebaut worden, hätte es laut Vergnon wohl jährliche Proteste wie in Gorleben gegeben. Zwar hätte sich im Umfeld viel Industrie angesiedelt, diese wäre durch den Atomausstieg aber womöglich ebenfalls in Schieflage geraten. So gesehen gibt es neben negativen auch positive Ankerpunkte in der Oberpfalz.

(mz)