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Weiden: 50-jähriger Oberarzt wegen Kindesmissbrauchs suspendiert

Ein 50-jähriger Oberarzt der Notaufnahme ist heute von den Kliniken Nordoberpfalz suspendiert worden. Er war in einem Berufungsprozess am Landgericht Magdeburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden.

Der Oberarzt hat gestanden sich während des Bereitschaftsdienstes im Klinikum Weiden per Skype auf seinem Smartphone zu einem Missbrauch an dem Mädchen zugeschaltet zu haben. Die Tat selbst wurde von zwei anderen Männern in einer Wohnung in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) vorgenommen. Der 50-jährige Oberarzt gestand, selbst im Jahr 2014 zwei Mal nach Wernigerode gefahren zu sein, um das Mädchen zusammen mit einem anderen Mann zu missbrauchen.

Bereits im November 2016 war der 50-Jährige in erster Instanz vom Amtsgericht Wernigerode wegen zwei Fällen von sexuellen Missbrauchs von Kindern und dem Bezug kinderpornographischer Schriften zu einer Haftstrafe von 3 Jahren 3 Monaten verurteilt worden. Gegen dieses Urteil ging er in Berufung, Die Richter am Landgericht Magdeburg reduzierten die Strafe auf zwei Jahre und drei Monate.

Die Kliniken Nordoberpfalz AG erhielt erst nach dem gestrigen Urteil Informationen über das Ausmaß der Vorwürfe und hat unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Urteils eine sofortige Suspendierung gegen den Arzt ausgesprochen. Aufgrund der Verurteilung in der zweiten Instanz vor dem Landgericht Magdeburg am 22. November 2017 ist für die Kliniken Nordoberpfalz AG eine Weiterbeschäftigung nicht tragbar, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Kliniken Nordoberpfalz AG betonte außerdem, sich ausdrücklich von den genannten Vorfällen zu distanzieren. Diese stünden in keinem Zusammenhang mit den medizinischen Leistungen der Kliniken Nordoberpfalz AG oder einzelner Standorte. (sd)