Weiden: Die Geschichte „Tannöd“ mal anders

800 Jahre Neustadt an der Waldnaab – das wird schon das ganze Jahr gefeiert. Jetzt folgte ein weiteres Highlight: zwei aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler brachten den Roman „Tannöd“ auf die Bühne, jedoch als Live-Hörspiel und mit vogelwilder Musik.

„Tannöd“ ist ein Kriminalroman der Autorin Andrea Maria Schenkel. Er erzählt die Geschichte eines sechsfachen Mordes auf dem fiktiven Oberpfälzer Einödhof Tannöd Mitte der 50er Jahre. In 39 kurzen Abschnitten werden die Perspektiven der Opfer, der Ortsansässigen und des Täters miteinander verknüpft. „Wir haben für unsere Bühnenfassung jedoch nur 22 Personen zu Wort kommen lassen“, erklärt Schauspielerin Johanna Bittenbinder. „Sonst würde der Abend wohl vier bis fünf Stunden dauern“.

Johanna Bittenbinder, die in zahlreichen Fernsehproduktionen (z. B. Tatort, Die Rosenheim Cops, Der Bulle von Tölz) und Kinofilmen (Beste Zeit, Wer früher stirbt, ist länger tot) mitgewirkt hat, übernimmt in dem Live-Hörspiel alle weiblichen Rollen, Heinz-Josef Braun spielt die männlichen Rollen, darunter die des Mörders. „Darüber hinaus haben wir Musiker vom Art Ensemble of Passau mit auf der Bühne und einen Geräuschemacher. Dieser unterstützt uns mit Geräuschen wie zum Beispiel dem Melken einer Kuh, dem Knarzen einer Türe oder eben auch den Morden mit der Spitzhacke“.

„Es ist ja eigentlich eine wahre Geschichte. Der sechsfache Mord in dem Roman ‚Tannöd’ ist wirklich passiert. 1922 wurden sechs Menschen auf dem oberbayerischen Einödhof Hinterkaifeck mit einer Spitzhacke getötet. Bis heute ist der Mord nicht geklärt worden“, ergänzt Schauspieler Heinz-Josef Braun.

Für die rund 300 Zuschauer in der Stadthalle in Neustadt an der Waldnaab ein ganz neues Erlebnis. „Indem die Schauspieler die Rollen vorlesen und der Geräuschemacher die jeweiligen Geräusche dazu macht, kann man sich als Zuhörer sein eigenes Bild machen, es regt die Fantasie an“, beschreibt ein Zuschauer den Krimi-Abend. (jg)