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Weiden: Ein Leben mit Mukoviszidose Teil III

Johannes Gollwitzer aus Weiden leidet an Mukoviszidose. Eine Erbkrankheit, die den Stoffwechsel betrifft. Der Name der Krankheit setzt sich aus den lateinischen Worten mucus (=Schleim) und viscidus (=zäh) zusammen und erklärt das große Problem an und mit ihr: zäher Schleim, der manche Organe erheblich beeinträchtigt. Vor allem die Lunge.

Bei Johannes ist es auch die Lunge, die ihm sehr zu schaffen macht. Gleichzeitig hat sie aber auch seinen Darm zerstört. Er bekam 2009 einen künstlichen Darmausgang und hat keinen Dickdarm mehr. Das bedeutet beispielsweise, dass er kein Gemüse mehr essen kann. Sein Körper kann insgesamt Essen sehr schlecht verwerten.

Ein großer Teil seiner Therapie ist Sport. Und das obwohl er bei jeder Bewegung mit seiner Lunge kämpft. Doch genau das ist gewollt: Johannes soll seine Lunge beanspruchen, um sie zu stärken. Ausdauertraining ist für ihn genauso wichtig wie Physiotherapie. Die vor allem deshalb, weil sein Körper durch das ständig Husten sich ständig zusammenkrümmt. So wird sein Brustkorb immer enger. Physiotherapeut Sven Meier hat sich extra im Bereich Mukoviszidose fortgebildet.

Er behandelt Johannes zwei Mal in der Woche. Inzwischen sind die beiden zu guten Freunden geworden. Die Therapie kann für Johannes sehr schmerzhaft sein. Trotzdem ist sie etwas Gutes, das ihm durch seine Krankheit passiert ist, sagt er. Sven sei ein Freund, er fühle sich hier völlig wohl und akzeptiert.

Am wohlsten fühle er sich aber in der Natur. Täglich versucht er, kleine Wanderungen oder Spaziergänge zu machen. Immer dabei: sein Hund Leo. An manchen Tagen kann er nicht weit gehen, an manchen Tagen klappt es besser. Und einmal im Jahr nimmt er sich vor, seinen persönlichen „Berg der Qualen“ zu besteigen: den Kaitersberg. Es werde von Jahr zu Jahr schwieriger. Aber aufgeben sei keine Option. (eg)