Weiden: Klinikum an internationaler Covid-Studie zu Blutdruckmedikamenten beteiligt

Herzmedikamente sollten bei einer Covid-Erkrankung abgesetzt werden, um die Erholung des Patienten zu begünstigen – so das Ergebnis einer internationalen Studie, an der auch das Klinikum Weiden beteiligt war. Die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

Bei der Studie ging es um die Frage, ob Herzmedikamente bei Covid-Erkrankten abgesetzt werden sollten, um die Genesung günstiger zu beeinflussen, so Klinikensprecher Michael Reindl in einer Pressemitteilung. Hintergrund ist das sogenannte Angiotensin-Converting-Enzym-2 (ACE2). Dieses ACE ist in vielen Zelloberflächen zu finden, unter anderem in der Lunge oder im Herz. Über dieses ACE dringt das Coronavirus in zahlreiche Zellen ein.

Menschen mit Bluthochdruck und Herzschwäche erhalten häufig ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorantagonisten, um den Blutdruck zu senken. Bei der Studie zeigte sich, dass es für die Patienten Vorteile hat, ACE-Hemmer bei einer Covid-Erkrankung nicht anzuwenden:

„Für alle betroffenen Patienten ist entscheidend, dass die Weiterbehandlung mit ACE-Hemmstoffen keinen negativen Einfluss auf das Überleben hatte. Aber es zeigte sich, dass bei Patienten ohne ACE-I/AT1 Antagonisten Therapie die Erholung rascher war.“

Chefarzt Prof. Dr. Robert Schwinger

Die Studie wurde in der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht, eine der ältesten und renommiertesten Fachzeitschriften weltweit, so Klinikensprecher Reindl. Neben der Medizinischen Klinik II waren auch die Universität Innsbruck und die Ludwig-Maximilian-Universität in München an der Untersuchung beteiligt.

(az)