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Weiden: Leben mit dem Schlaganfall

Mit einem Schlaganfall ändern sich das eigene Leben und das der Angehörigen von einem Tag auf den anderen. Und das meist ohne jede Vorwarnung. 1000 Opfer gibt es jährlich in Weiden und Umgebung. 1000 Fälle, in denen Menschen unerwarteter Weise vor einer völlig neuen Lebenssituation stehen. Damit umzugehen ist alles andere als einfach.

Einer, der dieses Schicksal teilt, ist Manfred Friedl. Vor 15 Jahren erlitt der heute 80-Jährige einen Schlaganfall. Für ihn und seine Frau Helga begann damit die schwerste Zeit ihres Lebens. Manfred Friedl war in Folge des Schlaganfalls damals rechtsseitig gelähmt. Musste durch langwierige Rehamaßnahmen alltägliche Dinge wie ein Glas greifen oder schreiben von Grund auf neu lernen. Anfangs war er – wie er selbst sagt – wie erschlagen, er hätte erst damit zurechtkommen müssen, nicht mehr er selbst zu sein. Er zog sich immer mehr zurück, ging nicht mehr aus dem Haus. Auch für seine Frau Helga war es anfangs schwer damit umzugehen. In den ersten Wochen und Monaten sei sie überempfindlich und übervorsichtig gewesen. Lebte in der ständigen Angst eines erneuten Schlaganfalls. Gemeinsam schaffte es das Ehepaar jedoch mit der neuen Lebenssituation umzugehen und kann auch dank der erfolgreichen Reha heute wieder ein halbwegs normales Leben führen.

Eine große Hilfe waren dabei die regelmäßigen Besuche bei der Selbsthilfegruppe für Schlaganfallopfer im Klinikum in Weiden.
Vor inzwischen gut einem Jahr übernahm Christine Kaiser die Leitung dieser Gruppe. Als sie selbst einen Schlaganfall erlitt, war sie auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe. Dabei wurde sie auf die Gruppe in Weiden aufmerksam. 15 Jahre ist sie jetzt bereits Mitglied. Die Gruppe soll den Betroffenen dabei helfen, wieder aus der Isolation zu kommen, in die sie der Schlaganfall getrieben hat. Bei den Treffen können sie sich austauschen und über ihre Erfahrungen sprechen. Sie sollen dadurch erkennen, dass sie nicht alleine sind und man auch nach einem Schlaganfall noch ein Mitglied der Gesellschaft sein kann. Neben den Betroffenen sollen aber auch die Angehörigen mit zu den Treffen kommen. Gerade für sie sei die Selbsthilfegruppe wichtig, um besser verstehen zu können, was ein Schlaganfall mit einem Menschen macht und wie man mit der Situation umgeht. Christine Kaiser erklärt, dass es unmöglich sei, sich in die Situation eines Schlaganfallopfers hineinzudenken. Deshalb sei es wichtig dass alle, die Betroffenen und die Angehörigen, gemeinsam zu den Treffen kommen und sich austauschen.

Dieses Angebot wird in Weiden dankbar angenommen. Derzeit zähle die Gruppe 28 Mitglieder. Von allen bekomme Christine Kaiser positives Feedback. Die Menschen seien einfach dankbar, dass man mit der Selbsthilfegruppe eine Anlaufstelle habe, die ihnen dabei hilft, mit der Situation umzugehen und ein neues Leben zu beginnen.

Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der Selbsthilfegruppe erhalten sie im Internet unter folgendem Link: https://www.kliniken-nordoberpfalz.de/wp-content/uploads/2017/05/Flyer-Selbsthilfegruppe.pdf.

(ac)