Weiden: Nackt auf dem Dach

Ein 20-Jähriger befindet sich scheinbar in einem psychischen Ausnahmezustand und liefert sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei – nackt auf den Dächern des Klinikums Weiden.

Ein 20-jähriger Angehöriger der US-Streitkräfte befand sich aufgrund einer akuten Erkrankung im Klinikum Weiden. Am Sonntag gegen 13:00 Uhr versuchte er das Klinikum Weiden über den Haupteingang zu verlassen. Da er noch behandlungsbedürftig und zudem nur mit einem Patientenkittel bekleidet war, hinderte ihn der Sicherheitsdienst daran.

Damit nicht einverstanden, brach er anschließend mit Hilfe eines Feuerlöschers mehrere Türen auf und gelangte so schließlich auf das Dach des Klinikums Weiden.

20-Jähriger nackt auf dem Dach
Bereits den ersten eintreffenden Polizeibeamten drohte er an, dass er vom Dach springen werde. Eine Ingewahrsamnahme auf dem Dach scheiterte, berichtet die Polizeiinspektion Weiden. Hierbei verlor der 20-jährige seinen Patientenkittel. Daraufhin schmiss er Kieselsteine des Flachdachs gezielt gegen die Einsatzkräfte auf dem Dach. Weitere Kieselsteine warf er aus einer Höhe von rund 15 Metern auf Polizeibeamte, Passanten, Fahrzeuge und benachbarte Gebäude. Ein Stein flog durch die Fensterscheibe eines Nachbaranwesens und verfehlte einen Bewohner, der hinter dem Fenster saß, nur knapp. Einen Polizeibeamten traf er und verletze ihn leicht am Rücken.

20-Jähriger verletzt Polizeibeamtin bei Flucht
Seine Flucht führte den 20-jährigen schließlich über eine Feuerleiter auf das Dach der Kinderklinik. Auch von hier schleuderte er Steine auf Fahrzeuge und Menschen.
Aus etwa 3 Meter Höhe sprang er schließlich vom Dach, kletterte über eine Mauer und gelangte so auf die Sebastianstraße, so die PI Weiden.
Hier traf er auf eine Polizeibeamtin und stieß sie gewaltsam zur Seite. Die Verletzungen, die sie dadurch erlitt mussten ambulant im Klinikum Weiden behandelt werden. Aktuell ist sie nicht dienstfähig.

Mehreren Polizeibeamten gelang es im Anschluss den nackten 20-jährigen in der Sebastianstraße unter der Anwendung von unmittelbarem Zwang festzunehmen. Hierbei verletzte er sich leicht. Auch ein Polizeibeamter zog sich bei der Festnahme leichtere Verletzungen zu.
Da sich der 20-jährige anscheinend in einem psychischen Ausnahmezustand befand, wurde er nach der Festnahme einer adäquaten ärztlichen Behandlung zugeführt.

Im Nachgang wird gegen ihn unter anderem wegen der Vergehen der gefährlichen Körperverletzung, der Sachbeschädigung und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Zeugen gesucht
Am Einsatz waren mehrere Streifen der Polizeiinspektion Weiden. Unterstützt wurden sie hierbei von Streifen der Verkehrspolizeiinspektion Weiden.

Nach bisherigem Ermittlungsstand richtete der 22-jährige einen Sachschaden von mindestens 10.000 Euro an.
Anwohner, die Schäden an ihren Gebäuden oder Fahrzeugen feststellen, die im Zusammenhang mit diesem Geschehnis stehen, werden gebeten, sich bei der Polizei Weiden zu melden.

Weiterhin werden Zeugen, die die Vorfälle beobachtet oder in sonstiger Weise festgehalten haben und die sachdienliche Hinweise geben können, gebeten, sich ebenfalls bei der PI Weiden unter der Telefonnummer 0961-401-0 zu melden.

(vl)