Weiden: Pflegepersonal mit der Kraft am Ende

Den Krankenhäusern in den ländlichen Regionen drohen erhebliche Einschränkungen in der Versorgungskapazität. Mittelfristig wird es zu spürbaren Versorgungsengpässen kommen: Das haben der Verband der Krankenhausdirektoren Bayern und die Gewerkschaft ver.di in einem gemeinsamen Schreiben kund getan.

Sie wandten sich an den Ministerpräsidenten Horst Seehofer, die Gesundheitsministerin Melanie Huml, die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen und SPD-Generalssekretär Uli Grötsch. Denn, so heißt es: das Anliegen sei ein sehr dringendes.

In 42% der bayerischen Krankenhäuser wurde im Jahr 2016 ein Defizit geschrieben. Es fehlt überall an Geld. Zwar bekämen die Krankenhäuser Geld von den Krankenkassen – auch für das Personal. Aber die Kliniken seien auch gezwungen, umzubauen, anzubauen oder auszubauen. Und das muss auch durch das Geld der Krankenkassen bezahlt werden. Die Folge: es fehlt Geld für das Personal. Ein Dilemma. Die Länder und der Bund seien hier im Zugzwang, sagen ver.di und der Verband der Krankenhausdirektoren.

Der Landesvorsitzende des VDK Bayern, Josef Götz von den Kliniken Nordoberpfalz, sagt, dass der Personalmangel auch bei den Kliniken in der nördlichen Oberpfalz zu Einschränkungen führe. Die Kliniken hätten beispielsweise schon Patienten ablehnen und an andere Krankenhäuser verweisen müssen. Auch die Notaufnahme musste bereits geschlossen werden. Die Folge: Patienten müssen weitere Wege auf sich nehmen, können nicht mehr heimatnah versorgt werden.

Natürlich funktioniere das irgendwie. Aber irgendwie ist nicht gut. Neben den zu befürchtenden Versorgungsengpässen gehe es auch die Substanz des Personals. Überstunden würden sich häufen, das Pflegepersonal sei häufiger krank, die Arbeit mache unzufrieden. Ein Teufelskreis: denn viele würden deshalb kündigen, aber Nachwuchs gebe es auch kaum mehr. Denn der Job habe inzwischen so einen schlechten Ruf, dass nur wenige Bewerber auf die ausgeschriebenen Stellen reagieren. Und so fehle noch mehr Personal. (eg)