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Weiden: Prozessauftakt wegen mutmaßlicher Vergewaltigung

Szenen einer zerrütteten Ehe spiegeln sich seit heute in einem Strafprozess in Weiden wider. 2008 bei der Hochzeit war noch alles in bester Ordnung. Heute werfen sich die beiden Mit-Sechziger gegenseitig vor, gewalttätig zu sein. Seit 2015 ist das Paar wieder getrennt. In dieser Situation – zwischen Ehe und Trennung – hat die 68-Jährige ihren Mann angezeigt – wegen Vergewaltigung im Ehebett. Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist ein sehr hohes Rechtsgut. Die Unschuldsvermutung auch. Ein Dilemma vor Gericht, wenn in einer zerbrochenen Ehe Aussage gegen Aussage steht.

Heute ist vor der Ersten Großen Strafkammer des Weidener Landgerichts der Prozess gegen den beschuldigten 65-jährigen Ehemann eröffnet worden. Er bestreitet alle Vorwürfe. „Ich habe meine Frau nicht vergewaltigt und auch nicht geschlagen. Ich habe mich nur gewehrt – sie war die Schlägerin. Ich habe oft ausgesehen wie der Lazarus“. Der Prozess ist vorerst auf drei Verhandlungstage angesetzt, die Beweisaufnahme wird am Donnerstagvormittag fortgeführt. (gb)