Weiden: Sportvereine kämpfen um Trainingsstätten

Die Sportstadt Weiden – über 50 Vereine gibt es, mehrere Tausend Mitglieder. Viele von ihnen trainieren hier: In der Turn- und Schwimmhalle der Realschulen. Doch nicht mehr lange – ab August werden die Sportstätten generalsaniert. Nur wohin sollen die Sportler für die eineinhalb Jahre der Sanierung ausweichen?
Die Stadt soll sich um dieses Problem kümmern und sagt, dass die Hallensportler vermehrt die Mehrzweckhalle nutzen sollen. Doch für die Schwimmsportler sehen die Ausweichmöglichkeiten wesentlich dünner aus.
Die Thermenwelt soll herhalten – doch ob die ein Ersatz für die täglich voll belegte Schwimmhalle bei der Realschule ausreicht, bezweifeln die Sportvereine. Schließlich herrscht dort zusätzlich der Betrieb der zahlenden Badegäste.
Einige Vereine sehen sich sogar vor dem Aus: Die Schwimmabteilung des SV Weiden hat große Sorgen, vor allem die guten Schwimmer im Verein zu halten. Und auch die Kanuten sehen schwarz: Sie müssen möglicherweise über den ganzen Winter hinweg auf ihr Training verzichten. Das schade nicht nur dem Sport, sondern auch der Gemeinschaft und der Jugendarbeit.
Die DLRG sorgt sich vor allem um die Schwimmkurse für Kinder – sie könnten jetzt schon nicht genug Anfängerkurse anbieten, so DLRG-Vorständin Claudia. Dabei sei es so wichtig, dass Kinder Schwimmen lernen.
Doch die Wassersportvereine lassen sich nicht unterkriegen – sie sind gewillt, zusammenzurücken und das Beste aus der Situation zu machen. Außerdem haben sie die Zusicherung von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, dass die Stadt den Vereinen über die eineinhalb Jahre der Sanierung hinweg hilft.
Am Montag steht im Weidener Stadtrat der Neubau einer Dreifachturnhalle auf der Tagesordnung – das würden die Sportler begrüßen. Allerdings wäre die Halle wohl frühestens in drei Jahren fertig – bis dahin ist die Sanierung der Realschul-Sportstätten hoffentlich längst in trockenen Tüchern.
(jl)