Weiden: Uli Grötsch über mögliche GroKo

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch steht einer erneuten Großen Koalition kritisch gegenüber. Obwohl seine Partei bereits Sondierungsverhandlungen zugestimmt hat, bezeichnet er das als falschen Weg. Die GroKo haben zwar viel erreicht in den letzten Jahren. Aber inzwischen hätten die Union und die SPD keine Gemeinsamkeiten mehr. Die SPD würde unter einer neuen GroKo leiden. Stattdessen setzt er darauf, die SPD von Grund auf zu erneuern. Junge Menschen müssten nun zum Zug kommen und das Profil der Volkspartei schärfen.

Es sei zwar viel, was im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, erreicht worden. Allerdings habe allein die Union die Erfolge verbucht. Die SPD habe es nicht geschafft, aus ihrem Schatten herauszutreten. Das könnte auch der Grund für das schlechte Abscheiden bei der Bundestagswahl gewesen sein.

Die GroKo habe Deutschland vielleicht nicht geschadet, aber der SPD mit Sicherheit.. Die SPD müsse sich rundum erneuern. Sie müsse ihre Werte neu definieren und zu ihrer alten Stärke wieder zurückfinden, sagte er. Damit traf er nicht nur den Nerv der gesamten Bayern SPD, sondern auch der Jusos. Auch die wehren sich entschieden gegen eine neue GroKo.

Doch die SPD hat neuen Sondierungsgesprächen zugestimmt. Ab dem 7. Januar soll über einen möglichen Koalitionsvertrag gesprochen werden. Ob es tatsächlich zu einer GroKo käme, sei noch völlig offen, beteuert die SPD. Man werde nicht vorschnell eine Regierung bilden. Man sei sich aber seiner Regierungsverantwortung bewusst. (eg)