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Weiden: 6 Jahre Haft im Fentanyl-Prozess

6 Jahre – so lautet das Urteil im Fentanylprozess in Weiden. Die Staatsanwaltschaft hatte bei der 56-jährigen Jutta M. 6 einhalb Jahre gefordert. Verteidiger Tobias Konze wollte 5 einhalb Jahre als Strafe erwirken.

Konze ist dennoch zufrieden. Seine Mandantin habe ihre Taten umfänglich eingeräumt und wolle auch bei der verordneten Entziehungskur erfolgreich sein, so Konze weiter.

Das Geständnis hat das Gericht heute in der Urteilsbegründung sehr positiv bewertet. Hätte Jutta M. kein Geständnis abgelegt, dann wäre das Urteil bei etwa 9 Jahren Haft gelegen. Der Vorsitzende Richter Walter Leupold sprach von hoher krimineller Energie und einer generalstabsmäßigen Planung des Ganzen.

Die Angeklagte hatte über fast 4 Jahre hinweg mehr als 20 Ärzte getäuscht, sich die Rezepte für Fentanylpflaster für ihren krebskranken Sohn besorgt und diese dann in unterschiedlichen Apotheken besorgt. Etwa 3 Viertel der Pflaster ging an ihren Sohn, der die Pflaster auskochte und sich das Fentanyl spritzte. Der Rest wurde im Drogenmilieu verkauft.

Jutta M. muss noch bis Ende August im Gefängnis bleiben. Danach geht sie in eine Entziehungsanstalt, und zwar für 18 bis 24 Monate. (tb)