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Weiden: Urteil im Sicherungsverfahren

Der 33-jährige Iraker Raad G. wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. So das heutigte Urteil. Angeklagt war er unter anderem der gefährlichen Körperverletzung und der Nötigung. Schuldig im Sinne des Gesetzes war er jedoch nicht, weil ein Sachverständiger eine schizoaffektive Psychose mit manischer Ausprägung attestierte. Er muss also Medikamente nehmen, um keine Gefahr für seine Umwelt zu sein, so Walter Leupold, der Vorsitzende Richter.

Leupold übte in der Urteilsbegründung heftige Kritik an Wöllershof. Raad G. sei 2 Mal eingeliefert worden und jedesmal nach kurzer Zeit wieder entlassen worden. Er sei nicht krank, sondern spinne nur, hieß es da angeblich. Laut Leupold kann und darf dies nicht passieren angesichts der Tatsache, dass ein Sachverständiger auf ein völlig anderes Ergebnis kam: nämlich schizoaffektive Psychose. „Ich erwarte, dass in Wöllershof ein Denkprozess einsetzt“, so Leupold wörtlich und weiter: „Ich erwarte ein anderes Verhalten“.

Gegen das Urteil kann zwar Revision eingelegt werden, doch die Erfolgsaussicht wäre gleich Null. Das machte Walter Leupold am Ende deutlich. (tb)