Oberpfalz TV

Weiden: „Verehrt, verfolgt, vergessen“

Der FC Bayern München ist deutscher Rekordmeister, deutscher Rekordpokalsieger und auch auf internationaler Bühne sehr erfolgreich. Titel und Erfolge, an die sich der Verein gern erinnert. Eine Ära, die lange Zeit verdrängt und vergessen wurde, ist die Geschichte des Vereins in der Zeit des Nationalsozialismus. 56 Mitglieder des FC Bayern mussten zur Zeit der Nazi-Diktatur aus religiösen oder politischen Gründen fliehen oder wurden deportiert. Eine Wanderausstellung erinnert an neun dieser Biographien und ist jetzt auch in Weiden zu sehen.

Die bekannteste Persönlichkeit dürfte dabei der langjährige Präsident Kurt Landauer sein. Er war Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts gleich dreimal Präsident des FC Bayern München. Unter seiner Präsidentschaft holte der FCB 1932 seine erste deutsche Meisterschaft. Doch aufgrund seiner jüdischen Herkunft räumte Landauer zu Beginn der NS-Diktatur zum Wohle seines Vereins seinen Posten. Im Zuge der Arisierung mussten auch Meistertrainer Richard Dombi sowie Jugendtrainer Otto Beer ihre Posten räumen.

Lange Zeit waren sie vergessen. Erst vor wenigen Jahren waren es der Journalist Dietrich Schulze-Marmeling sowie die Ultragruppierung „Schickeria München“, die diese vergessene und verdrängte Geschichte wieder in Erinnerung riefen.

Mittlerweile erinnert sich auch der FC Bayern München wieder seiner Geschichte und hält das Gedenken unter anderem mit der Wanderausstellung „Verehrt, Verfolgt, Vergessen – Opfer des Nationalsozialismus beim FC Bayern München“ hoch. Diese Ausstellung ist vom 19. bis 30. April im Kulturzentrum Hans Bauer in Weiden zu sehen. Mit einem facettenreichen Rahmenprogramm behandeln die Organisatoren dieses lange verdrängte Thema. Unter www.dweidna.de/ausstellung finden sie das komplette Programm. (kh)