Oberpfalz TV

Weiden: Urteil im Vergewaltigungsprozess

Ein 66-jähriger Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab ist heute vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Die Erste Große Strafkammer des Weidener Landgerichts sah die Aussage der 68-jährigen Ex-Ehefrau des Angeklagten als nicht glaubwürdig an.
 Die psychisch kranke Frau hatte ihren damaligen Gatten angezeigt, sie im Ehebett mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Dabei gab sie jedoch die Zahl der Vergewaltigungen unterschiedlich an. Von zwei Mal bis ein paar hundert Mal und äußerte sich auch sonst widersprüchlich.
Der Angeklagte sei nicht unbedingt der Sympathieträger der Nation, stellte der Vorsitzende Richter Landgerichtspräsident Walter Leupold klar, dass es in der Ehe bestimmt rauh zugegangen ist, aber es gehe in dem Prozess nicht um die Seligsprechung des Angeklagten, sondern um die Klärung strafbaren Tuns.  Die Ex-Ehefrau leide seit Jahren unter Histrionischer Persönlichkeitsstörung und neige zu Dramatisierung – in einer Grauzone zum Erfinden. Für eine Verurteilung wegen Vergewaltigung sei ihre Aussage zu zweifelhaft.
Anders verhielt es sich mit dem Vorwurf der Körperverletzung. Ein Faustschlag gegen die Ehefrau sei durch die Aussage der Enkelin belegt, die dabei war. Der 66-jährige wurde deshalb wegen Körperverletzung unter Berücksichtigung einer früheren Geldstrafe zu einer Gesamt-Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (gb)