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Weiden: Vor-Tor-Aktion bei Polytec

Das „Detag“-Gebiet in Weiden hat eine lange Tradition. 2020 feiert es sein 130-jähriges Bestehen. So wie es aussieht wird es da allerdings bereits leer stehen. Denn die Polytec Group will das Werk Ende 2019 schließen, das hat die Geschäftsführung bereits im Dezember 2017 bekannt gegeben. Grund dafür sei die Konzentration auf Großstandorte.

90 Mitarbeiter fürchten seitdem um ihre Arbeitsplätze. Damit will sich die Gewerkschaft IG BCE nicht so einfach abfinden. Und hat deshalb zu einer „Vor-Tor-Aktion“ aufgerufen.

Mit Trillerpfeifen und Klatschhänden machten die Demonstranten ihren Unmut über die geplante Schließung Luft und erklärten sich solidarisch mit den betroffenen Mitarbeitern. Hier seien nicht nur einzelne Mitarbeiter betroffen, sondern ganze Familien.

Die Schließung des Werkes sei bereits absehbar gewesen, da in den letzten Jahren systematisch Stellen abgebaut worden seien, so Lothar Höher, 3. Bürgermeister von Weiden. Hier gehe es nicht um Menschen sondern rein um Profit.

Und auch die Unterstützung von Seiten der Politik ist den Beschäftigten sicher. Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und auch Landtagsabgeordneter Annette Karl waren bei der Protestaktion vor Ort. Beide bekundeten ihre vollste Solidarität. Und auch Die Linke-Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl meldete sich von Berlin aus, nannte den Umgang mit den Mitarbeitern eine Unverschämtheit.

Man habe sich bei der Aktion deutlich zurückgehalten, um keine Emotionen hochkochen zu lassen, so Gaby Hübner, Bezirkssekretärin IG BCE Nordostbayern. Die Betriebsräte befänden sich derzeit in Verhandlungen um einen Sozialplan und diese Verhandlungen sollen nicht gefährdet werden. (ms)