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Weiden: 3 Jahre Haft wegen versuchten Mordes

Zu drei Jahren Haft wegen versuchten Mordes ist Klaus E. heute Mittag verurteilt worden. Die Strafkammer des Landgerichts Weiden folgte damit im Wesentlichen den Forderungen des Staatsanwaltes. Klaus E. hatte im August vergangenen Jahres die Dienstwaffe eines Polizisten auf diesen selbst gerichtet und viermal abgedrückt. Wegen einer Sicherung löste sich kein Schuss. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Klaus E. bewusst und mit Einsicht gehandelt habe. Trotz einer schweren Depression, die ihn vermindert schuldfähig mache. Er sei bisher straffrei gewesen und bedauere seine Tat. Das verkürze zwar seine Haftzeit, mildere aber nicht die ungeheuerliche Tat an sich ab. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei erfüllt, weil der Polizist arglos und wehrlos gewesen sei.

Klaus E.s Verteidiger Christoph Scharf sagte in seinem Plädoyer, dass man seinem Mandanten nicht nachweisen könne, dass er einen Tötungsvorsatz gehabt habe. Man müsse davon ausgehen, dass er den nicht hatte. Denn der Angeklagte selbst nannte als Erklärung für sein Verhalten seine schwere Depression. Sie habe ihn nicht aggressiv gemacht. Eher antriebslos. Allerdings sei sie auch einhergegangen mit Wahnvorstellungen.

Die einzige Erklärung, die er für das Zielen auf den Polizisten habe, sei, dass er dem Geschädigten zeigen wollte, wie gefährlich es sei, mit geöffnetem Holster umherzulaufen. Er habe einen Waffenschein und habe gewusst, dass die Sicherung greifen würde. Scharf nahm das als Indiz dafür, dass der Tötungsvorsatz nicht vorhanden gewesen sei.

Nebenklägervertreter Andreas Wölfel wertete die Tat als versuchte Tötung. Die Länge der Haft sei angemessen. Sein Mandat habe inzwischen auch die Entschuldigung des Angeklagten angenommen. Außerdem habe man sich über ein Schmerzensgeld einig werden können. Dennoch sei der Ausgang des Prozesses nicht zufriedenstellend. Viele Fragen seines Mandanten seien noch ungeklärt. Etwa, wie der Angeklagte an die Waffe gekommen sei.

Klaus E. selbst bat um eine milde Strafe. Er sei am Boden zerstört. Seine Familie brach beim Urteilsspruch „versuchter Mord“ in Tränen aus. Sein Verteidiger kündigte an, gegen das Urteil Revision einlegen zu wollen. (eg)