Weiden: Zeichen gegen Kindesmisshandlung setzen

„Armutszeugnis – Für die Nachbarn der kleinen Elena aus der Nähe von Weiden, die alle Schreie ignorierten, als sie von den Eltern mehrfach mit heißem Wasser übergossen wurde.“

So eine von vier verschiedenen Botschaften die derzeit auf Plakaten in Weiden und Amberg zu lesen sind. Das Ganze ist Teil einer Kampagne des Vereins Karolina e.V. aus Weiden. Das Ziel: Ein Bewusstsein schaffen für Kindesmisshandlung.

Kindesmisshandlung ist ein Thema, das von vielen ignoriert oder beiseite geschoben wird weil es unangenehm ist. Kindesmisshandlung ist jedoch ein Thema, bei dem genau das Gegenteil notwendig ist! Statt wegzuschauen, muss gehandelt werden. Und genau das soll diese Kampagne erreichen. Sie soll die Menschen wach rütteln. Mit ihrer teilweise fast drastischen Darstellung soll den Menschen klar gemacht werden: Kindesmisshandlung ist ein allgegenwärtiges Thema. Auch hier bei uns in der Oberpfalz. Deshalb wurden ganz bewusst auch reale Fälle von Missbrauch hier aus der Oberpfalz auf den Plakaten dargestellt.

Der Name der Kampagne ist dabei auch als Botschaft gedacht: „Armutszeugnis“. Die Mitbegründer des Vereins Karolina e.V. und Initiatoren des Projekts Tina und Ralf Kiener betonten auch gegenüber OTV, dass es ein Armutszeugnis sei, dass es in einem Staat wie Deutschland immer wieder und flächendeckend zu Kindesmisshandlungen komme. Das sei mit der Hauptgrund gewesen, dass man jetzt mit dieser Kampagne den Menschen die Realität schonungslos und direkt vor Augen führt. Kindesmisshandlung ist und bleibt ein Thema, das jeden etwas angehe.
(ac)