Weiterbildungspakt für die Oberpfalz wird erweitert

In Bayern gilt die Weiterbildung längst als oberstes Gebot und mit dem Weiterbildungspakt 4.0 werden nun auch Berufsgruppen bezüglich Fort- und Weiterbildungen berücksichtigt, die bislang nicht in den Überlegungen mit einbezogen worden sind. Dieser Weiterbildungspakt betrifft freilich auch die Betriebe der Oberpfalz, die sich jetzt schon für Beratungstermine und mögliche Weiterbildungen anmelden können. Im Mittelpunkt stehen freilich die Digitalisierungen. Was dieser Pakt bedeutet und welche Kenntnisse Berufstätige heute unbedingt besitzen müssen, zeigt dieser Artikel.

Was genau macht der Weiterbildungspakt?

Die nachfolgende Auskunft von Bayerns Arbeitsministerin Schreyer zeigt deutlich, welche Ziele der Weiterbildungspakt hat:

»Beschäftigte und Unternehmen in der Oberpfalz können sich künftig von einem Weiterbildungsinitiator des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) gGmbH Regensburg individuell beraten lassen, welche Weiterbildungsmaßnahmen notwendig und zielführend sind. Dafür stellen wir rund 126.000 Euro aus Mitteln des Arbeitsmarktfonds zur Verfügung. Denn in einer sich wandelnden Arbeitswelt bedeutet Stillstand Rückschritt. Wissbegierig sein, sich weiterbilden und am Ball bleiben – das sind die Schlüssel, damit Beschäftigte und Unternehmen wettbewerbs- und leistungsfähig bleiben.«

Beschäftigte und Unternehmen zugleich können sich darüber informieren, welche Weiterbildungen für sie infrage kämen und allgemein möglich wären. Diese Version des Paktes richtet sich vor allem an:

  • Unterrepräsentierte Berufsgruppen – in der Vergangenheit haben sich diese Maßnahmen überwiegend an die »typischen« Arbeitnehmer gerichtet, dieses Mal werden auch Gruppen gefördert, die bislang vernachlässigt wurden.
  • Benachteiligte Menschen – auch diese wurden in der Vergangenheit oft vernachlässigt. Dieser Pakt richtet sich gezielt an Personen, die bereits älter sind, längere Zeit arbeitslos waren oder auch an Jugendliche und junge Erwachsene mit Vermittlungshemmnissen.
  • Digitalisierung – sie wird besonders hervorgehoben und die Weiterbildungen in diesem Bereich sprechen gerade auch ältere Arbeitnehmer oder Langzeitarbeitslose an, die bislang keine Chance hatten, »im Job« mit neuen Programmen in Berührung zu kommen.

Der Weiterbildungspakt ist relativ breit gefächert und bietet tatsächlich für viele Menschen die Chance, eine Weiterbildungsförderung zu erhalten. Wichtig ist dennoch zu prüfen, welche Inhalte die eigentlichen Weiterbildungen tatsächlich haben.

Welche Kenntnisse sind heute wichtig?

Die Arbeitswelt hat sich gewandelt und die Ansprüche an Arbeitnehmer wandeln sich ebenfalls. Nicht nur genügt es heute nicht mehr, wenn ein Arbeitnehmer schlichtweg seinen Job gut ausführen kann, Arbeitnehmer sollten auch ein gewisses Grundwissen bezüglich Softwares, Fremdsprachen und weitere Skills mitbringen. Wichtig sind beispielsweise je nach Branche und Beruf:

  • Warenwirtschaft – selbst in Bereichen, die nicht direkt dem Verkauf in Verbindung gebracht werden, spielt die Warenwirtschaft eine große Rolle. Daher ist es sinnvoll, dass Arbeitnehmer zumindest die Hintergründe von Warenwirtschaftssystemen kennen. Wer in einer Branche Fuß fassen will, die die Logistik und den Handel aufgreift, ist gut beraten, sich genauer mit einzelnen Warenwirtschaftsprogrammen zu befassen und einen Kurs zu belegen.
  • Teamfähigkeit – sie ist heute in nahezu allen Berufen gefragt. Schüler lernen heute bereits, in Teams zu arbeiten, doch auch Erwachsene sollten versuchen, Fortbildungen in diesem Bereich wahrzunehmen. Hier geht es nicht allein um das Arbeiten im Team, sondern auch darum, wie Arbeiten aufgeteilt und geplant werden, wie sich Konflikte konkret lösen lassen. Wer eher introvertiert ist, sollte gezielt nach Seminaren in diesem Bereich fragen, da es spezielle Strategien gibt, wie Introvertierte die Teamarbeit ohne Stress bestehen.
  • Lernfähigkeit – umso jünger ein Mensch ist, desto einfacher fällt das Lernen. Doch auch ältere Arbeitnehmer können sich Strategien aneignen, die das Lernen allgemein erleichtern. Das trifft insbesondere auf Langzeitarbeitslose oder ehemals über viele Jahre festangestellte Arbeitnehmer zu. Diese Zielgruppen haben besondere Probleme damit, plötzlich wieder lernen zu müssen.
  • Buchhaltung – auch hier stellt das buchhalterische Grundwissen aus der Schule zwar einen guten Grundstock dar, doch sind weitergehende Skills obligatorisch. In diesem Bereich gibt es bereits diverse Weiterbildungen, die Arbeitnehmern einen echten Vorsprung auf dem Arbeitsmarkt verschaffen. Werden diese Kenntnisse nun mit Buchhaltungssoftwares verknüpft, öffnen sich direkt neue Möglichkeiten. Auch Grundzüge der Unternehmensbesteuerung können sehr wichtig sein, um später in Führungsetagen zu arbeiten.

Auch Fremdsprachen sind unheimlich wichtig im heutigen Beruf. Da kann jeder für sich selbst prüfen, welche Sprachen für den eigenen Beruf besonders wichtig sind. Auf der anderen Seite ist es wichtig, allgemein recht fit mit dem Computer und dem Internet zu sein. Wer sich privat fortbildet und beispielsweise Online-Marketing oder auch das Social-Media-Marketing lernt, der hat bei der nächsten Bewerbung einen definitiven Vorsprung – zumal dieses Wissen branchenübergreifend ist.

Wie sieht der Arbeitsmarkt in der Oberpfalz aus?

Die Oberpfalz führt die Tabelle Bayerns an. Letztes Jahr hatte die Region die geringste Arbeitslosenquote, wobei die Ämter insgesamt gerade einmal 14.615 Arbeitslose meldeten. Zudem gilt:

  • Offene Stellen – diese Zahl wächst. Im vergangenen Jahr wurden 15 Prozent mehr offene Stellen gemeldet, als in 2017. Gerade die jüngeren Arbeitnehmer profitieren hiervon.
  • Weiden – bei den guten Zahlen muss es natürlich in der Oberpfalz einen Ort geben, der die meisten Arbeitslosen aufweist. Die Stadt Weiden hat eine (immer noch gute) Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent und führt somit die Negativstatistik an.
  • Problematik – die geringe Arbeitslosenquote rührt mitunter daher, dass etliche Plätze mit Minijobs besetzt werden oder aber, dass die Löhne in vielen Branchen niedrig sind.

Generell stehen die Chancen jedoch gut, eine Anstellung zu finden – und in dieser zu bleiben. Sollte die Wirtschaftskraft der Region noch mehr steigen, dürfen zudem neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Abbildung 2: Die Oberpfalz hat nicht mit allzugroßer Arbeitslosigkeit zu kämpfen.

Fazit – neue Weiterbildungen für Betroffene

Mit dem Weiterbildungspakt haben insbesondere Langzeitarbeitslose und auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen die Möglichkeit, gute Weiterbildungen zu erhalten. Gleichzeitig können sich aber auch Unternehmen beraten lassen und dementsprechende Maßnahmen für die eigenen Mitarbeiter buchen. Vorteilhaft ist, dass nun auch eher vernachlässigte Berufsgruppen und vor allem die Digitalisierung mitberücksichtigt werden. Doch auch ohne die neue Version des Paktes steht die Region der Oberpfalz gut da und bietet die geringste Arbeitslosigkeit ganz Bayerns. Die kleine Ausnahme bildet Weiden, denn hier suchen deutlich mehr Menschen nach einer neuen Beschäftigung und auch die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist niedriger als im Schnitt.

(exb)

Titelbild: Abbildung 1: Alles gut in der Oberpfalz – vom Weiterbildungspakt profitiert jetzt die ganze Region.

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