Oberpfalz TV

Wernberg-Köblitz: Zoll zieht bulgarischen Reisebus aus dem Verkehr

Der Zoll aus Wernberg-Köblitz hat einen bulgarischen Reisebus aus dem Verkehr gezogen. Dieser wies massive Mängel auf.

Hier die Pressemitteilung der Vekehrspolizeiinspektion Amberg:

Am Donnerstag, 27.07.2017, um 11:15 Uhr wurde der Zoll aus Wernberg-Köblitz auf einen bulgarischen Reisebus aufmerksam. Dieser stand auf einem Parkplatz der A 93. Wegen Zollformalitäten wurde der Bus zum Zollhof begleitet. Während der Fahrt hing der Bus stark nach rechts und es kam der Verdacht auf einen technischen Defekt auf. Die Verkehrspolizei Amberg wurde um Unterstützung gebeten. Von den Polizeibeamten wurde eine technische Untersuchung des Reisebusses angeordnet. Ein technischer Prüfdienst brachte zahlreiche Mängel zutage
An Vorder- und Hinterachse war verbotswidrig geschweißt worden. An der Abstützung des Luftfederbalgs des linken Vorderrades war mit Winkel- und Flacheisen ein Hilfsrahmen geschweißt, der ein Durchbrechen nach oben verhindern sollte. Die Bordtoilette war kurz vor dem Absturz auf die Straße und hing bereits bedrohlich aus dem Unterboden. Sämtliche Stahlteile des Unterbodens waren stark korrodiert und behelfsmäßig mit Flachstahl überschweißt. Auch abstützende Teile der Hinterachse waren mit U-Stahl-Profilen überschweißt worden. Statt der hinteren Scheibe war ein Blech eingeschraubt. Diese Scheibe dient bei Bussen in der Regel als Notausstieg. Einer der weiteren Notausstiege war mit Kabelbindern verschlossen und nicht zu öffnen. Vermutlich durch einen Unfall war die Frontscheibe verzogen und notdürftig abgedichtet. Das Lenkgestänge hatte erhebliches Spiel. Der rechte Spurstangenkopf zeigte bei Lenkbewegungen ein Spiel von ca. einem Zentimeter, bevor eine Lenkbewegung des Rades eintrat. Sämtliche Beleuchtungseinrichtungen waren gebrochen oder fehlten. Fixiert waren sie teilweise mit Kabelbindern. Am Tank trat Dieseltreibstoff aus, was zusammen mit einer starken Verölung des Motors zu einer erheblichen Brandgefahr führte. Die für die Bremsung sowie die Fahrzeugfederung erforderliche Druckluft konnte der Reisebus nur noch mit Mühe erzeugen. Das lag teilweise an nicht entwässerten Druckkesseln.
Der Reisebus soll nun auf einem Tieflader zurück nach Bulgarien verbracht werden. Der Fahrer wurde angezeigt und musste eine Sicherheitsleistung in dreistelliger Höhe hinterlegen. Fahrgäste befanden sich zum Kontrollzeitpunkt nicht im Bus.
Da der 23 Jahre alte Bus verkehrsunsicher war, wurde die Weiterfahrt unterbunden und der Bus sichergestellt.