Wie entscheiden Eltern über den Vornamen ihres Kindes?

Die Namenswahl für das eigene Kind ist eine weitreichende Entscheidung. Die Kinder müssen ihr Leben lang diesen Namen tragen. Er soll nicht stigmatisieren, aber auch nicht zu langweilig sein. Doch welche Motive sind für heutige Eltern besonders entscheidend, wenn es um die Wahl des Vornamens geht?

Ästhetik ist entscheidend

 

Eltern heute ist es besonders wichtig, wie klanglich ästhetisch der Vorname ihres Kindes ist. In einer groß angelegten Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache gaben 72% der Befragten an, dass der Name sich gut anhören muss und schön klingen soll. Außerdem war es etwa der Hälfte der Personen wichtig, dass der Vorname gut zum Nachnamen passt. Damit sind ästhetische Gründe die entscheidendsten Faktoren für die Namenswahl. Besonders Eltern aus niedrigeren Bildungsschichten fanden es zudem wichtig, dass der Name ihres Kindes nicht zu Ausgrenzung oder Diskriminierung führt.
Der zeitlose Charakter eines Vornamens, also dass dieser auch noch im Alter passend ist, war immerhin noch etwa einem Drittel der Befragten wichtig.
Für gar nicht entscheidend halten Eltern heutzutage, dass ein Name mit einem bestimmten Buchstaben anfängt oder dass dieser weit verbreitet ist und als geläufig wahrgenommen wird.

Inspiration aus dem nahen Umfeld

 

Wenn es um die Nameswahl geht, suchen sich die meisten Eltern Inspiration aus dem Familien- oder Bekanntenkreis. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, dass der Vorname aus dem nahen Umfeld stammt oder abgeleitet ist. Dabei handelt es sich beim Großteil um Personen, die den Eltern sehr nahe stehen und wichtig sind.
In absteigender Reihenfolge sind diese Personen am häufigsten Namenspatronen für die Kinder:
  • Großeltern
  • Eltern
  • Prominente Persönlichkeiten
  • Historische Persönlichkeiten
Es können aber auch noch andere Einflussfaktoren bei der Namenswahl eine Rolle spielen. Manche Eltern haben den Namen schon über eine lange Zeit hinweg für ihr eigenes Kind geplant. Andere haben zufällig den Namen gehört und sich davon inspirieren lassen.
Aber auch Vornamensbücher und Internetseiten konnten eine Inspirationsquelle für den Vornamen des eigenen Kindes darstellen. So schreiben beispielsweise private Blogs über die angesagtesten Vornamen für Jungs und Eltern-Magazine berichten mit Listen über die schönsten Vornamen für Mädchen.

Mehrfachnamen wieder im Trend

 

Auch Mehrfachnamen, also beispielsweise zwei Vornamen, sind wieder beliebter. Das hat vor allem auch die oben genannten ästhetischen Gründe zur Ursache. Etwa ein Drittel der Befragten geben nämlich an, dass sie Doppelnamen schlichtweg schön finden. Darüber hinaus geben Eltern an, das einer der beiden Namen eine besondere Bedeutung für sie hat oder dass sie sich schlichtweg nicht zwischen den beiden Alternativen entscheiden konnten.

Die Namenswahl stellt zufrieden

 

Die Eltern wurden zudem gefragt, ob sie der Meinung sind, dass ihr Kind mit seinem Vornamen zufrieden ist. Dreiviertel der befragten Eltern äußerten, dass ihr Kind mit seinem Namen zufrieden ist. Allerdings haben nach Angaben der Befragten nur ein Drittel der Kinder das auch tatsächlich geäußert, der Rest basiert auf der Vermutung der Eltern. Dennoch scheinen die Kriterien, nach denen Eltern einen Namen aussuchen, weitgehend zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu führen.

Was ist anders als früher?

 

Im Vergleich zu früher haben sich bei der Auswahl von Vornamen zumindest einige Motive geändert. Der älteren Generation war es zum Beispiel sehr wichtig, dass der Name bereits in der Familie Tradition hat. Ebenso war entscheidend, dass der Name eine Bedeutung hat. Diese konnte religiös oder traditionell verankert sein. Früher legten Eltern weniger Wert auf ästhetische Proportionen eines Vornamens und auch die Zufriedenheit des Kindes mit dem eigenen Vornamen war kein entscheidendes Kriterium.
Während heute die klangliche Ästhetik im Vordergrund steht, war früher viel öfter ein Familienmitglied die Inspirationsquelle für Namen. An erster Stelle standen hierbei Taufpate/-innen und auch Eltern und Großeltern.
Die Motive für die Wahl eines geeigneten Vornamens wandeln sich also im Laufe der Zeit.

Und wie schwierig ist die Namensfindung?

 

Während manche für lange Zeit über passende Namen nachdenken, haben andere sofort einen geeigneten Vornamen im Kopf. So geht es übrigens den meisten Eltern.
Die Hälfte der Befragten gab an, dass ihnen die Namensfindung eher leicht fiel und sie nicht lange überlegen mussten. Das liegt möglicherweise auch daran, dass sie sich bereits im Vorfeld mit geeigneten Namen beschäftigt haben. Allerdings kann diese rückblickende Sichtweise auch verzerrt sein, sodass Eltern im Nachhinein meinen, schneller auf den Namen gestoßen zu sein, als sie es tatsächlich sind.
Übrigens fiel es 16% der Befragten auch schwer, einen passenden Vornamen für den eigenen Nachwuchs zu finden.

Fazit zur richtigen Wahl der Vornamen

 

Einen passenden Vornamen für das eigene Kind zu finden, fällt heute den meisten Eltern nicht mehr besonders schwer. Sie achten dabei vor allem auf die klangliche Ästhetik des Wunschnamens. Inspirieren lassen sie sich dabei im nahen Bekannten-, Freundes- oder Familienkreis. Sehr beliebt sind immer noch Eltern und Großeltern als Inspirationsquelle.
Wer hier nicht weiterkommt, nimmt sich ein Vornamenbuch zur Hilfe. Auch Doppelnamen werden heute gerne aus ästhetischen Gründen gewählt. Dabei wird die Bedeutung des Namens nicht außer Acht gelassen. Die sorgfältige Namensauswahl führt dazu, dass ein Großteil der Kinder mit ihrem Namen zufrieden sind – zumindest nach Angaben der Eltern – und das ist ein erfreuliches Ergebnis.
(exb)