Wie geht es nach den Sommerferien an den Schulen weiter?

Die heutige Kabinettssitzung hat sich nicht mit neuen Lockerungen, sondern mit den Schulen befasst. Im Fokus stand die Frage: Wie kann der Präsenzunterricht nach den Sommerferien aufrecht erhalten bleiben?

Zu Beginn der Pressekonferenz nach der heutigen Kabinettssitzung hat Staatskanzleichef Florian Herrmann von einer weiterhin sinkenden Tendenz der Inzidenzwerte gesprochen. Bayernweit seien aktuell zehn Landkreise und kreisfreien Städte über dem Inzidenzwert 10. Das Virus sei weiterhin vorhanden und gerade die Delta-Variante bereite Sorgen, so Herrmann. Dieser müsse mit weiteren Impfungen entgegen gehalten werden. Deshalb appellierte Herrmann noch einmal an die Bürger, von den Impfangeboten auch Gebrauch zu machen.

Heute Mittag sind die Schulen im Fokus der Beratungen gestanden. Das Infektionsgeschehen zeige, dass das Ablegen der Maske am Sitzplatz zu keinen steigenden Infektionszahlen führe, berichtete Kultusminister Michael Piazolo. Die Bayerische Staatsregierung unterstützt erneut die Träger von Schulen und Kitas bei der Beschaffung mobiler Luftfilter: Für die Klassenzimmer aller Schulen sowie für die Gruppen- und Funktionsräume aller Kitas, Großtagespflegestellen und Heilpädagogischen Tagesstätten können mobile Luftreinigungsgeräte angeschafft werden. Hierfür stellt die Staatsregierung insgesamt mehr als 190 Millionen Euro zur Verfügung.

AHA-Regeln um L wie Lüften ergänzt
Das Lüften sei nach übereinstimmender Aussage aller Experten ein wesentliches Element zur Reduzierung der Virenlast in Innenräumen, so Piazolo. Mobile Luftfilter können das bewährte Quer- und Stoßlüften dabei sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen. Welche Gerätetypen förderfähig sind, legt das Landesamt für Gesundheit fest. Die Beschaffungskosten werden mit bis zu 50 Prozent vom Freistaat gefördert. Auch bereits geförderte Träger können für weitere Räume erneut Fördermittel beantragen. Der Förderzeitraum beginnt rückwirkend zum 1. Mai 2021. Anträge können bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden.

Bereits am 1. Oktober 2020 hatte die Bayerische Staatsregierung beschlossen, mit einem Gesamtvolumen von bis zu 50 Millionen Euro die Träger von Kitas, Großtagespflegestellen, Heilpädagogischen Tagesstätten und Schulen bei der Umsetzung technischer Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften in ihren Einrichtungen finanziell zu unterstützen. Die Mittel wurden bereits nahezu vollständig verausgabt, berichtet die Bayerische Staatskanzlei.

Pool-Tests an den Grundschulen
Das Ziel sei es, im Herbst und dann das gesamte Schuljahr lang den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Daher haben die Minister heute beschlossen, dass es bei der Teststrategie in den Grundschulen eine Änderung geben wird: Im neuen Schuljahr will die Staatsregierung in Grundschulen verstärkt auch auf PCR-Pool-Testungen setzen. Im Vergleich zu Antigen-Selbsttests bieten PCR-Tests eine höhere Sensitivität. Besonders bei einem geringen Infektionsgeschehen ist die Pool-Testung eine effiziente, kosten- und ressourcenschonende Möglichkeit für Reihentestungen mit einem hohen Probeaufkommen. Auch für die Kinder sind diese Tests leichter anzuwenden. Dabei greife Bayern auf die guten Erfahrungen der bisherigen bayerischen Pilotprojekte zu Pool-Testungen zurück, erklärt die Bayerische Staatskanzlei in ihrer Pressemitteilung. Auch nach aktueller Einschätzung des Robert Koch-Instituts sei PCR-Pool-Testen inzwischen ein wichtiger Baustein für möglichst sicheren Präsenzunterricht in Grundschulen.

(vl)