Do., 29.01.2026 , 15:08 Uhr

Weiden

13.000 Ermittlungsverfahren: Staatsanwaltschaft Weiden an der Belastungsgrenze

Beim Abschiedsbesuch von Generalstaatsanwalt Andreas Wimmer wird deutlich: Die Staatsanwaltschaft Weiden war 2025 stark gefordert. Grenznähe, Digitalisierung und internationale Verfahren prägen die Arbeit.

Die Staatsanwaltschaft Weiden blickt auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 zurück. Anlass dafür war der Abschiedsbesuch von Generalstaatsanwalt Andreas Wimmer, der zum 1. Februar von Nürnberg nach München wechselt. Die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg ist unter anderem für die Staatsanwaltschaften in Weiden, Amberg und Regensburg zuständig.

Rund 13.000 Ermittlungsverfahren wurden im vergangenen Jahr im Bezirk Weiden geführt – im Schnitt etwa 1.000 pro Staatsanwalt. Leitender Oberstaatsanwalt Bernhard Voit spricht von einer hohen Belastung. Besonders herausfordernd war 2025 die vollständige Umstellung auf die E-Akte sowie mehrere Personalwechsel innerhalb der Behörde.

Einziehungsbescheide über mehr als 7 Millionen Euro

Auffällig ist der Anstieg bei bestimmten Delikten. Verfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung stiegen von 820 auf 865, Betäubungsmitteldelikte von 1079 auf 1278. Trotz teilweiser Cannabis-Legalisierung spiele die Grenznähe zu Tschechien eine zentrale Rolle, da die Einfuhr weiterhin strafbar ist. Auch Schleuser- und Diebstahlsdelikte bleiben aufgrund der Grenzlage relevant, wenngleich die Zahlen hier leicht rückläufig sind.

Mit fünf Kapitalverfahren blieb die Zahl der schwersten Straftaten auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden Einziehungsbescheide über mehr als sieben Millionen Euro erlassen, wobei die tatsächliche Realisierung dieser Summen oft schwierig ist.

Zunehmend wichtig wird die internationale Zusammenarbeit. Viele Großverfahren – etwa im Bereich organisierter Kriminalität, Drogenhandel oder Cyberkriminalität – haben grenzüberschreitenden Bezug. Generalstaatsanwalt Wimmer sieht insbesondere bei der Strafverfolgung im Internet Verbesserungsbedarf und spricht sich für eine verpflichtende IP-Adressenspeicherung aus, um Ermittlungen zu erleichtern.

Trotz der Herausforderungen bescheinigt die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg der Staatsanwaltschaft Weiden eine effektive und engagierte Arbeit. Auch künftig dürfte die Behörde durch ihre besondere Lage in der Grenzregion vor komplexen Aufgaben stehen.

(pg)

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