Gleichzeitig betonen die Initiatoren, dass in Amberg bereits zahlreiche nachhaltige Projekte angestoßen wurden – etwa die „Grüne Hausnummer“, die ihrer Ansicht nach jedoch wieder eingeschlafen sei. Besonders der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen müsse deutlich schneller vorangehen.
Die OB-Kandidaten, die sich dazu geäußert haben, bewerten das Thema unterschiedlich. Tobias Winter (Die Linke) kritisiert, dass vor allem in der Innenstadt das Potenzial für Photovoltaik häufig mit Verweis auf den Denkmalschutz eingeschränkt werde. Er fordert einen konstruktiven Austausch mit den Behörden, aber auch mehr Druck, um alle geeigneten Flächen zu nutzen. Öffentliche Parkplätze könnten – ähnlich wie beim Hockermühlbad – überdacht und mit PV-Anlagen ausgestattet werden. Auch private Flächen, etwa vor Supermärkten, sollten seiner Ansicht nach stärker einbezogen werden.
CSU-Kandidat Stefan Ott verweist darauf, dass bei Neubauten bereits der Einbau von Photovoltaik vorgeschrieben werde. In der Altstadt sei er jedoch aufgrund der Brandgefahr eher zurückhaltend.
Ein weiterer zentraler Punkt des offenen Briefs betrifft das Klimaziel der Stadt. Amberg hält bislang am Ziel der Klimaneutralität bis 2040 fest.
Franz Badura (ÖDP) betont, Klimaneutralität sei für ihn kein symbolisches Bekenntnis, sondern ein verbindlicher Maßstab für Stadtentwicklung, Energie, Verkehr und Infrastruktur. Klimaschutz bedeute Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und zugleich wirtschaftliche Stabilität. Auch Tobias Winter (Die Linke) fordert, die Stadt müsse sich wirksam auf die Klimakrise vorbereiten und politische Entscheidungen konsequent auf wissenschaftlicher Grundlage treffen. Stefan Ott (CSU) hingegen sieht die Frage nach dem Zieljahr als gemeinsame Aufgabe für den neuen Stadtrat. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, welche Maßnahmen dafür notwendig wären und welche Auswirkungen zusätzliche Vorgaben auf lokale Unternehmen hätten.
Neben Klima- und Umweltthemen enthält der Forderungskatalog auch den Wunsch nach einem Safe Space für queere Menschen. ÖDP-Kandidat Badura erklärt dazu, am besten funktioniere ein solches Projekt, wenn die Community selbst ein Konzept vorlege. Bei der formalen Antragstellung wolle er seine Unterstützung anbieten.
Weitere OB-Kandidaten haben sich bislang nicht gegenüber OTV zum offenen Brief geäußert. Die Liste der Forderungen ist seit über einer Woche öffentlich einsehbar. Am 28. Februar soll der Brief offiziell an die Stadträte sowie die Kandidaten übergeben werden.
(ls)