„Die Grenzpolizei ist damals, als wir sie 2018 auf den Weg gebracht haben, von vielen kritisiert worden. Wir haben jetzt auf lange Sicht Recht bekommen.“ Das war eine der Kernbotschaften von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder heute Mittag in Waidhaus. Am Grenzübergang stellte er gemeinsam mit Innenminister Joachim Herrmann die Bilanz der Bayerischen Grenzpolizei für 2025 vor.
Die Grenzpolizei existiert seit 2018 und soll gegen grenzüberschreitende Kriminalität und illegale Migration vorgehen. Die Bilanz für das vergangene Jahr falle positiv aus, so Herrmann. „Die Zahl der unerlaubten Einreisen ist 2025 erneut um 20% gesunken und innerhalb der letzten zwei Jahre sogar um fast 60% zurückgegangen.“ Das zeige, dass die Kontrollen präventiv wirken, so Herrmann.
Fahndungstreffer gestiegen, Rauschgiftkriminalität gesunken
Während die Zahl der unerlaubten Einreisen abgenommen hat, sind gleichzeitig die Fahndungstreffer gestiegen, also zum Beispiel, wenn ein Haftbefehl gegen Menschen vorlag oder ein Auto zur Fahndung ausgeschrieben war: Rund 20.800 solcher Fahndungstreffer waren es 2025, rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr.
Bei der Rauschgiftkriminalität verzeichnet die Grenzpolizei sinkende Zahlen: 2025 waren es rund 2.090 Fälle, deutlich weniger als in den beiden Vorjahren. Bei der Waffen- und Sprengstoffkriminalität habe es hingegen rund 15 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr gegeben. Unter anderem deswegen werde die Bayerische Grenzpolizei auch weiterhin personell aufgestockt, so Söder heute.
„Die Trendwende ist spürbar“
Grenzschutz ist eigentlich Aufgabe der Bundespolizei. Die Bayerische Grenzpolizei unterstützt sie seit ihrer Gründung bei den Grenzkontrollen und führt eigene Schleierfahndungen durch. Dieses Modell habe sich bewährt, so Söder und Herrmann heute. Die Situation bei der illegalen Migration habe sich deutlich verbessert.
„Die Trendwende ist spürbar. Man kann es so zusammenfassen: Weniger rein, mehr raus.“ Damit meint Söder, dass es weniger Asylanträge gegeben hat und gleichzeitig mehr Abschiebungen und freiwillige Ausreisen. Das seien gute Nachrichten für die Bayerischen Kommunen. „Die Unterbringungssituation hat sich entspannt. Es werden keine Turnhallen mehr als Unterkünfte benötigt.“, so Söder.
Die Botschaft heute in Waidhaus: Wer illegal nach Bayern komme, müsse damit rechnen, schnell erwischt zu werden. Der Freistaat setzt auf die abschreckende Wirkung von intensiveren Kontrollen – und wertete diese Strategie heute auch als Erfolg.
(az)