Im Interview mit OTV äußerte er den Wunsch, dass der Abzug durch Gespräche auf höchster politischer Ebene noch abgewendet werden kann.
„Die Oberpfalz ist seit Jahrzehnten ein zentraler Pfeiler der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Standorte wie Vilseck und Grafenwöhr stehen für gelebte Partnerschaft zwischen Europa und den USA. Der angekündigte Abzug von rund 5.000 US-Soldaten betrifft unsere Region unmittelbar, sicherheitspolitisch wie wirtschaftlich. Tausende Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an den Standorten, von zivilen Beschäftigten bis hin zu regionalen Betrieben und dem Einzelhandel. Die transatlantische Partnerschaft bleibt unverzichtbar. Gerade deswegen erwarten wir, dass solche Entscheidungen eng abgestimmt werden. Gleichzeitig ist der mögliche Abzug ein klarer Weckruf: Europa und Deutschland müssen mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen. Wir müssen unsere militärischen Fähigkeiten konsequent stärken und unsere Verteidigungsbereitschaft erhöhen.
Als Mitglied der EU-US-Delegation werde ich mich dafür einsetzen, den Dialog mit unseren amerikanischen Partnern zu intensivieren und die strategische Bedeutung der Standorte in der Oberpfalz auch auf europäischer Ebene deutlich zu machen. Unsere Region bleibt ein unverzichtbarer Teil der gemeinsamen Sicherheitsarchitektur.“
„Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist einer der bedeutendsten militärischen Standorte weltweit. Die USA haben hier über viele Jahre hinweg massiv investiert – ein klares Zeichen für die strategische Bedeutung des Standorts.
Grafenwöhr überzeugt durch seine hervorragende Infrastruktur, seine geostrategische Lage sowie durch das enge und vertrauensvolle Miteinander zwischen amerikanischen Streitkräften, Kommunen und Bevölkerung. Dieses Zusammenspiel ist ein zentraler Erfolgsfaktor und wird auch international hochgeschätzt.Aktuell handelt es sich um Ankündigungen und Planungen, nicht um konkrete Entscheidungen. Wir nehmen die Situation sehr ernst und bringen unsere Argumente aktiv und mit Nachdruck ein.Ich habe daher bereits den Kontakt zu allen entscheidenden Institutionen – vom Bundesverteidigungsministerium über das Kanzleramt bis hin zu weiteren relevanten Stellen – aufgenommen. Darüber hinaus werde ich mich in dieser Woche eng mit den Arbeitnehmervertretern, den Bürgermeistern der Anwohnergemeinden, dem Landrat sowie den Abgeordnetenkollegen abstimmen, um das weitere Vorgehen gemeinsam zu koordinieren. Solche Diskussionen hat es auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Entscheidend war dabei stets, dass die überzeugenden Argumente für Grafenwöhr klar vorgetragen wurden und Wirkung entfaltet haben. Genau das tun wir auch jetzt – mit der gebotenen Sensibilität und Nachdruck. Klar ist zugleich: Globale sicherheitspolitische Entwicklungen lassen sich regional nur begrenzt beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass wir geschlossen auftreten und die Stärken unseres Standorts klar und überzeugend vertreten. Grafenwöhr bleibt ein zentraler Baustein der transatlantischen Sicherheitsarchitektur.“
„Wir haben sofort nach Bekanntwerden der Pläne die Drähte glühen lassen. Bernhard Heinisch und ich nutzen unsere kurzen Wege zur Landtagsfraktion und zum Wirtschaftsministerium, um die Interessen unserer Heimat von der ersten Minute an mit Nachdruck zu vertreten“, betont Grötsch. „Wir in Bayern sind handlungsfähig – jetzt muss Berlin endlich aus der Deckung kommen.“
Grötsch verweist dabei auf die vorausschauende Arbeit von Hubert Aiwanger: „Hubert Aiwanger hat bereits 2020 weitsichtige Konzepte für die Oberpfalz entwickelt. Diese Pläne zur regionalen Strukturförderung liegen bereit und müssen sofort aktiviert werden, sollte der Abzug Realität werden. Während Bayern unter Aiwanger seine Hausaufgaben gemacht hat, steht nun der Bund in der Pflicht.“
„Markus Söder darf die Verantwortung nicht einfach auf ‚die Bundesregierung‘ wegschieben. Seine Partei sitzt in Berlin am Kabinettstisch. Wir erwarten von ihm, dass er seinen Einfluss nutzt, um den Bund an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die gesamte Bevölkerung in der Oberpfalz erwartet zu Recht konkrete Vorschläge aus Berlin. Wer dort mitregiert, darf unsere Heimat nicht zum Bauernopfer weltpolitischer Spannungen machen!“
„Vilseck bietet unschlagbare logistische Vorteile durch die Nähe zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Sollten die USA abziehen, muss der Bund die Nachnutzung durch deutsche Verbände zur Priorität machen, um Ausbildungsprozesse kostengünstiger und strukturierter zu gestalten.“
„Die FREIEN WÄHLER, Bernhard Heinisch und ich werden weiterhin alle politischen Kontakte nutzen, damit die Oberpfalz nicht im Regen stehen gelassen wird. Wir stehen bereit zum Anpacken, fordern aber von Markus Söder und der Bundesregierung die notwendige Rückendeckung für unsere Bürger!“
(tb)