Im Interview mit OTV äußerte er den Wunsch, dass der Abzug durch Gespräche auf höchster politischer Ebene noch abgewendet werden kann.
Zum angekündigten Abzug erklärt der Oberpfälzer Europaabgeordnete und Internationale Sekretär der CSU Christian Doleschal:
„Die Oberpfalz ist seit Jahrzehnten ein zentraler Pfeiler der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Standorte wie Vilseck und Grafenwöhr stehen für gelebte Partnerschaft zwischen Europa und den USA. Der angekündigte Abzug von rund 5.000 US-Soldaten betrifft unsere Region unmittelbar, sicherheitspolitisch wie wirtschaftlich. Tausende Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an den Standorten, von zivilen Beschäftigten bis hin zu regionalen Betrieben und dem Einzelhandel. Die transatlantische Partnerschaft bleibt unverzichtbar. Gerade deswegen erwarten wir, dass solche Entscheidungen eng abgestimmt werden. Gleichzeitig ist der mögliche Abzug ein klarer Weckruf: Europa und Deutschland müssen mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen. Wir müssen unsere militärischen Fähigkeiten konsequent stärken und unsere Verteidigungsbereitschaft erhöhen.
Als Mitglied der EU-US-Delegation werde ich mich dafür einsetzen, den Dialog mit unseren amerikanischen Partnern zu intensivieren und die strategische Bedeutung der Standorte in der Oberpfalz auch auf europäischer Ebene deutlich zu machen. Unsere Region bleibt ein unverzichtbarer Teil der gemeinsamen Sicherheitsarchitektur.“
Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht betont:
„Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist einer der bedeutendsten militärischen Standorte weltweit. Die USA haben hier über viele Jahre hinweg massiv investiert – ein klares Zeichen für die strategische Bedeutung des Standorts.
Grafenwöhr überzeugt durch seine hervorragende Infrastruktur, seine geostrategische Lage sowie durch das enge und vertrauensvolle Miteinander zwischen amerikanischen Streitkräften, Kommunen und Bevölkerung. Dieses Zusammenspiel ist ein zentraler Erfolgsfaktor und wird auch international hochgeschätzt.Aktuell handelt es sich um Ankündigungen und Planungen, nicht um konkrete Entscheidungen. Wir nehmen die Situation sehr ernst und bringen unsere Argumente aktiv und mit Nachdruck ein.Ich habe daher bereits den Kontakt zu allen entscheidenden Institutionen – vom Bundesverteidigungsministerium über das Kanzleramt bis hin zu weiteren relevanten Stellen – aufgenommen. Darüber hinaus werde ich mich in dieser Woche eng mit den Arbeitnehmervertretern, den Bürgermeistern der Anwohnergemeinden, dem Landrat sowie den Abgeordnetenkollegen abstimmen, um das weitere Vorgehen gemeinsam zu koordinieren. Solche Diskussionen hat es auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Entscheidend war dabei stets, dass die überzeugenden Argumente für Grafenwöhr klar vorgetragen wurden und Wirkung entfaltet haben. Genau das tun wir auch jetzt – mit der gebotenen Sensibilität und Nachdruck. Klar ist zugleich: Globale sicherheitspolitische Entwicklungen lassen sich regional nur begrenzt beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass wir geschlossen auftreten und die Stärken unseres Standorts klar und überzeugend vertreten. Grafenwöhr bleibt ein zentraler Baustein der transatlantischen Sicherheitsarchitektur.“(tb)