Tina Fiedler zusammen mit ihrer Stieftochter Vanessa auf dem Weg zur Urnengrabstelle auf dem Raigeringer Waldfriedhof. Am heutigen 2. März ist Todestag ihres 2019 verstorbenen Mannes Mike. Die 7 Jahre seien wie im Flug vergangen, erzählt sie.
Mike im Januar 2019
Wir berichteten über ihn zu einem Zeitpunkt, als er schon an den Rollstuhl gefesselt war – im Januar 2019. Das Leben war für ihn damals die Hölle. Ein seltener Rückenmarkskrebs hatte ihn befallen. Er war damals 48 Jahre alt, als der Krebs Schritt für Schritt sein Leben zerstörte. Es war ein Sterben auf Raten. Ab den Brustwirbeln abwärts war er gelähmt. Ansonsten hatte er oft höllische Schmerzen.
Musiker Mike
Das war Mike, wie viele ihn kannten. Hardrock, Heavy Metal – das war sein Leben vor der Krankheit. Seine Band: die Striker. Dieses Leben hätte er gerne noch weiter geführt. Als sein Krebs diagnostiziert wurde, war es aber schon zu spät. Ein Schock für alle.
Prozess und Urteil
Es folgte ein Prozess am Amtsgericht in Amberg gegen einen Arzt. Der Tumor hätte früher erkannt werden müssen. Ein Urteil gab es erst im Januar 2020. Was herauskam, erlebte Mike also nicht mehr, weil er am 2. März 2019 starb. Seine Frau Tina Fiedler sind vom Amtsgericht Amberg 12.500 Euro zugesprochen worden.
Die Hinterbliebenen
Seine Frau Tina hat sich ein neues Leben ohne ihn aufgebaut. So hat sie Anfang Oktober 2023 in Amberg die Kneipe „Tinas Checkpoint“ eröffnet. Allerdings nach weiteren persönlichen Verlusten. 2020 war ihr Vater verstorben. 2023, wenige Monate vor der Eröffnung der Kneipe, folgten ihm ihre Mutter und ihre Schwester nach. Danach verwirklichte sie sich den Traum einer Kneipe.
Die gemeinsame Tochter Maja wollte bei den Dreharbeiten kurz vor Mikes Tod vor der Kamera nicht sagen, welche Gefühle sie durchlebt. Auch heute wollte Maja nicht vor die Kamera.
Und Mikes Tochter Vanessa? Sie ist schwanger und hat im Mai den Geburtstermin.
Erinnerungen
Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen, gemeinsame Erinnerungen, die am Urnengrab wieder lebendig werden, auch wenn er anonym begraben werden wollte.
Wir wünschen der Familie auf alle Fälle viele Erinnerungen, die auch in 20 Jahren noch so lebendig sind, wie jetzt.
(tb)