Mo., 13.07.2026 , 15:41 Uhr

Wiesau

80 Jahre Flucht und Vertreibung: Gedenken am Bahnhof Wiesau

Hunderttausende Menschen kamen nach dem Zweiten Weltkrieg über Wiesau in eine neue, unbekannte Heimat. 80 Jahre später wurde am Bahnhof an ihr Schicksal erinnert.

Wiesau hat an die Opfer von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Vor 80 Jahren wurde der Bahnhof des Marktes zu einem zentralen Ankunftsort für hunderttausende Menschen, die ihre Heimat im Osten verloren hatten.

Rund 600.000 Vertriebene kamen 1946 über Wiesau an. In Zügen zusammengepfercht erreichten sie den Ort, wurden versorgt und anschließend weiter verteilt. Für viele begann dort ein völlig neues Leben.

Niemals wieder

Einer von ihnen ist Heinz Leitner. Der heute 85-Jährige kam als Kind mit seiner Familie aus dem Sudetenland nach Wiesau. An die genaue Ankunft erinnert er sich kaum noch, die Folgen der Vertreibung begleiten ihn aber bis heute.

„Niemals wieder“ – dieser Gedanke sei für ihn besonders wichtig, erzählt Leitner. Trotz des Verlusts der alten Heimat sei es gelungen, in Wiesau eine neue Existenz aufzubauen. Viele Vertriebene brachten handwerkliches Wissen mit und prägten den Ort nachhaltig – unter anderem die Porzellanindustrie.

Bei der Gedenkfeier wurde auch die Bedeutung der Integration hervorgehoben. Staatskanzleichef Florian Herrmann erinnerte daran, dass die Aufnahme der Vertriebenen nach dem Krieg eine große Herausforderung gewesen sei. Auch Bürgermeister Michael Dutz betonte, dass die Geschichte der Ankommenden bis heute Teil der Identität Wiesaus ist.

Der Gedenktag soll die Erinnerung an die Schicksale der Vertriebenen wachhalten – und gleichzeitig zeigen, wie aus einer schwierigen Situation ein gemeinsamer Neuanfang entstehen konnte.

(pg)

Flucht und Vertreibung Gedenken Geschichte Heimatvertriebene Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Philipp Gehringer Sudetendeutsche Wiesau zweiter Weltkrieg

Das könnte Dich auch interessieren

02.07.2026 Nach 81 Jahren: Die Schaa-Feier kehrt nach Paulusbrunn zurück 81 Jahre lang war es still in Paulusbrunn. Das einstige Dorf an der bayerisch-böhmischen Grenze wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört, seine Bewohner vertrieben. Nun soll eine der wichtigsten Traditionen des Ortes wieder aufleben: die Schaa-Feier. Mehrere Vereine aus Deutschland und Tschechien laden am 11. und 12. Juli zum Mini-Festival „Paulusbrunn erwacht zum Leben“ an 09.07.2026 Highlight: Bergzug transportiert Familien - Modelleisenbahn Pürners Sommerfest Sommerfest des Modelleisenbahn Geschäfts Pürner in Wiesau. Besucher konnten dabei detailreiche Anlagen und besondere Präsentationen erleben. Aus Thüringen war ein Verein mit einem Trabbi angereist, in dem eine komplette Spur-Z-Anlage eingebaut war, während auf dem Gelände ein Bergwerkszug Familien über das Fest transportierte. Auch Vereine aus der Region zeigten ihre bis ins kleinste Detail nachgebauten 16.06.2026 Brückendemos in Erbendorf – was steckt dahinter? Wer an einem Samstagvormittag auf der B22 zwischen Erbendorf und Waldeck unterwegs ist, begegnet Menschen mit Deutschlandfahnen auf einer Brücke über der Bundesstraße. Unter dem Motto „Wir zeigen Flagge“ protestieren die Teilnehmer gegen die aktuelle Bundesregierung. Organisator Robin Putz veranstaltet die Versammlung nach eigenen Angaben seit acht Wochen. Die Aktion sei unabhängig von anderen Demonstrationen 15.06.2026 Kreistag ehrt ehemaligen Landrat Roland Grillmeier für 30 Jahre! In einer Ehrensitzung hat der Kreistag Tirschenreuth langjährige Mitglieder gewürdigt und verabschiedet. Besonders geehrt wurde der ehemalige Landrat Roland Grillmeier. Für seine 30-jährige Zugehörigkeit zum Kreistag erhielt der CSU-Politiker die Bürgermedaille in Gold und besonderen Beifall. Verabschiedet wurde auch Toni Dutz aus Wiesau. Er gehörte dem Gremium über 40 Jahre lang an. Landrat Hubert Schicker