In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist am Wochenende an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 81 Jahren erinnert worden. Überlebende, Nachfahren sowie Gäste aus dem In- und Ausland nahmen an den Gedenkveranstaltungen teil.
Mehr als 100.000 Menschen waren im Lager inhaftiert, mindestens 30.000 starben an den Folgen von Zwangsarbeit, Hunger und Gewalt. Am 23. April 1945 erreichten Einheiten der US-Armee das Lager und befreiten die verbliebenen Häftlinge. Viele andere waren zuvor auf sogenannte Todesmärsche gezwungen worden.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkfeier stand auch der Holocaust-Überlebende Leon Weintraub, der Anfang des Jahres 100 Jahre alt geworden ist. Sein Besuch, in Begleitung seiner Familie, wurde von den Anwesenden mit großem Respekt aufgenommen. Für ihn sei es weiterhin wichtig, an die Verbrechen zu erinnern – auch im Namen derjenigen, die nicht überlebt haben.
Für den Leiter der Gedenkstätte, Jörg Skriebeleit, sind die Gedenktage mehr als reine Erinnerung: Sie seien auch ein Ort der Begegnung zwischen Generationen. Angehörige würden hier ihre Familiengeschichten aufarbeiten und miteinander ins Gespräch kommen.
Neben Vertretern aus Politik und Gesellschaft nahmen auch Delegationen internationaler Streitkräfte an der Veranstaltung teil. Den Abschluss bildete eine Kranzniederlegung im sogenannten „Tal des Todes“, dem Ort des ehemaligen Krematoriums.
Das jährliche Gedenken macht deutlich: Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus bleibt auch Jahrzehnte später eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe.
(pg)