Es war ein Machtkampf, der am Ende ohne Kampf ausgetragen worden ist. Der AfD-Landesparteitag Bayern am Samstag in Passau ging überraschend schnell und „unblutig“ zu Ende. Stephan Protschka wurde mit knapp 80 Prozent erneut zum Landesvorsitzenden gewählt. Der Schwandorfer Bundestagsabgeordnete Reinhard Mixl hat kurz vor der Kampfabstimmung seine Gegen-Kandidatur zurückgezogen – der Show-Down blieb aus.
Im Vorfeld jedoch hatten sich das Mixl-Lager mit Mitgliedern aus Weiden, Schwandorf, Cham und Regensburg und das Protschka-Lager hart und unerbittlich bekämpft. Vor allem ging es darum, wer die besseren Konzepte hat, um die Bayern-AfD in die Zukunft zu führen.
Die persönlichen Differenzen sind offenbar nicht ausgeräumt, jedoch hat sich Reinhard Mixl am Ende damit begnügt, einen Beisitzer-Posten im Vorstand rauszuhandeln. Statt der erwarteten 3000 Mitglieder waren nur rund 1400 gekommen – die meisten offenbar aus dem Protschka-Lager. Jetzt beschwören beide die Einigkeit und Geschlossenheit der Partei.
Inhaltlich sind sich die beiden Lager bei den Hauptpunkten sowieso einig: Vorgezogene Bundestagswahlen und Söder aus dem Maximilianeum jagen. Ansonsten ging es beim Parteitag kaum um Inhaltliches, die Mitglieder waren vor allem mir Regularien und den Vorstandswahlen beschäftigt.
Im Gespräch mit OTV erläutert Reinhard Mixl die Gründe für seinen Rückzug. Er habe schnell erkannt, dass das Mixl-Lager nicht die erforderliche Mehrheit aufbringen könne und deshalb keine Aussicht auf Erfolg mehr gesehen. Allerdings habe er einen Beisitzer-Posten im Landesvorstand rausholen können. (gb)