Der Tag von Hans-Hermann Dehling aus Sulzbach-Rosenberg beginnt kurz vor 6 Uhr morgens – und endet erst gegen 22 Uhr. Dazwischen dreht sich fast alles um verwaiste Jungvögel. Etwa alle zwei Stunden füttert er die Tiere mit einem speziellen Gemisch aus Wasser und Aufzuchtfutter. Gemeinsam mit seiner Frau kümmert er sich rund um die Uhr um die kleinen Schützlinge. „Es ist schon ein Aufwand, aber es ist zu bewältigen“, so Hans-Hermann Dehling.
Ein OTV-Beitrag brachte alles ins Rollen
Auslöser für ihr Engagement war ein OTV-Beitrag über die Tierauffangstation in Kümmersbuch. Darin wurde nach Menschen gesucht, die verwaiste Jungvögel zu Hause aufziehen. Die Tierauffangstation erklärte damals, dass viele Vögel nach dem Verlust ihres Nestes auf private Pflegestellen angewiesen seien. Hans-Hermann Dehling fühlte sich daraufhin angesprochen. Gemeinsam mit seiner Frau meldete er sich als Pflegestelle und wurde von der Auffangstation in das Programm aufgenommen. Auch die nötige Ausstattung, etwa ein Inkubator für die Jungtiere, stellte die Station zur Verfügung.
Vögel kommen aus der ganzen Region
Die Tierauffangstation vermittelt die Jungvögel an Familie Dehling. Die Tiere stammen aus der gesamten Oberpfalz und teilweise sogar aus anderen Regionen Bayerns. Auch schon nachts um 11 hat jemand einen Vogel vorbeigebracht. An manchen Tagen bleibt es dagegen ruhig und es kommen keine neuen Pfleglinge hinzu. Neben der Vermittlung stellt die Tierauffangstation auch das benötigte Material bereit und begleitet die Pflegestellen fachlich.
Zurück in die Freiheit
Sobald die Jungvögel selbstständig fressen und fliegen können, werden sie wieder ausgewildert. Bis dahin beobachtet und versorgt Hans-Hermann Dehling seine Schützlinge täglich. Zeitweise leben bis zu 18 Jungvögel gleichzeitig bei der Familie. Der eng getaktete Tagesablauf bleibt deshalb bis zum Ende der Jungvogelzeit im August oder September bestehen.
(kw)