Mi., 21.01.2026 , 16:27 Uhr

Gehenhammer bei Georgenberg

Alte Mühle Gehenhammer: Ein Kultwirtshaus sucht neue Pächter

Nachfolger gesucht: bei der Alten Mühle Gehenhammer. Das urige Wirtshaus nahe Georgenberg ist ein Herzensprojekt des Oberpfälzer Waldvereins. Wenn sich aber kein neuer Pächter findet, muss die Mühle womöglich schließen.

Mitten im Oberpfälzer Wald, dort wo Wanderer und Radler unterwegs sind, steht ein Wirtshaus, das für viele längst mehr ist als nur eine Einkehrmöglichkeit: die Alte Mühle in Gehenhammer. Seit Jahrzehnten genießt sie Kultstatus – bei Stammgästen aus der Region ebenso wie bei Urlaubern aus ganz Europa. Normalerweise ist hier immer etwas los. Dicht an dicht drängen sich die Gäste in der Stube, und draußen sitzen die Motorradfahrer teilweise im Gras. Im Moment aber zeigt sich ein anderes Bild: idyllisch verschneit, ruhig – und leider geschlossen. Wenn sich nicht bald ein neuer Pächter findet, könnte dieses Kapitel der Alten Mühle zu Ende gehen.

1977 neu geboren

Dabei steckt in dem Haus jede Menge Herzblut. Der Oberpfälzer Waldverein hatte die Mühle 1977 vor dem Verfall bewahrt und liebevoll saniert. Bis heute wird sie vom Verein verpachtet, und nicht selten stehen auch Vereinsmitglieder selbst hinter dem Tresen. Die urige Einrichtung, das kleine Stüberl und die besondere Lage machen den ganz eigenen Charme aus.

Dass es schon einmal eng wurde, zeigt ein Blick zurück: 2013 stand die Mühle bereits kurz vor der Schließung. Erst ein OTV-Beitrag und neue Interessenten für den Wirtsposten brachten die Wende. Mit Thomas Graf und seiner Frau kehrte anschließend für fast elf Jahre neues Leben ein. In dieser Zeit investierte der Oberpfälzer Waldverein kräftig – unter anderem in eine moderne Küche und ein neues Wasserrad. Mehrere Hunderttausend Euro stecken heute in der Mühle, dazu zahllose ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Eine ungewisse Zukunft

Nach dem Ausstieg der Familie Graf vor rund zweieinhalb Jahren übernahmen neue Pächter. Anfangs lief der Betrieb gut, doch laut Vereinsvertreter Manfred Janker nahmen es die Pächter irgendwann mit den Öffnungszeiten nicht mehr so ernst. Wanderer standen teils vor verschlossenen Türen, obwohl die Mühle offiziell geöffnet haben sollte. Der Pachtvertrag endet zwar erst im Februar, doch schon jetzt herrscht hier Stillstand. Einen neuen Pächter sucht der Verein bislang vergeblich.

Noch besteht Hoffnung, dass sich das Blatt wendet. Wer Interesse an dem urigen Wirtshaus hat, kann sich bei Manfred Janker melden, telefonisch unter 0151 / 10510510. Vielleicht dauert es dann nicht mehr lange, bis in der Alten Mühle wieder Licht brennt – und Gäste am Stammtisch sitzen.

(sb)

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