Fr., 17.04.2020 , 13:45 Uhr

Amateurfußball: Spielbetrieb ruht noch bis mindestens September

Der Bayerische Fußballverband setzt den Spielbetrieb im Amateurfußball weiterhin aus. Im Raum stehen derzeit zwei Szenarien: Ein Abbruch/eine Annulierung der Saison 19/20 bzw. eine Fortsetzung der aktuellen Spielzeit ab dem 01.09.2020. Das gab der BFV heute in einer Online-Pressekonferenz bekannt.

"Vor dem 31. August ist ein Liga-Spielbetrieb im Bayerischen Amateurfußball nicht vorstellbar"

Dr. Rainer Koch, BFV-Präsident

Verbandspräsident Dr. Rainer Koch stellte klar: Ein Abbruch der Saison 19/20 sei das letzte Mittel. Ein Mittel, das der Verband aber vermeiden möchte. Die Nachteile würden hier klar überwiegen. Sportliche Fragen über Auf- und Abstieg blieben ungeklärt und dadurch wäre nicht nur die aktuelle, sondern auch die kommende Spielzeit betroffen. Auch finanziell würde ein Abbruch sowohl Verband als auch Vereine hart treffen. Deshalb sieht das vom Verband bevorzugte Szenario eine Fortsetzung der Saison ab dem 01. September vor. Dieser Stichtag sei jedoch alles andere als in Stein gemeißelt. Hier müsse man flexibel reagieren, so Koch. Es sei auch möglich, dass die Saison erst 2021 fortgesetzt wird. Fest steht: Der Verband wird den Vereinen ausreichend Vorlaufzeit bieten bevor der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird. Der genaue Zeitpunkt wann das sein wird, wird in enger Abstimmung mit Medizin und Politik festgelegt.

 

Die beiden Szenarien im Vergleich:

Abbruch der Saison 2019/2020

+ rasche Klarheit für Vereine

+ geübte Regelung zu Saisonende

+ Altersklassen-Übergang definiert

+ Lange Vorlaufphase zur neuen Saison

 

- Sportliche Fragen ungeklärt

- Aufstieg/Abstieg ungeklärt

- Zufriedenheit der Vereine hängt von Tabelle ab

- Streit der Vereine untereinander vorhersehbar

- Übervolle Ligen bei nur Aufsteiger, mehr Termine in ungewisser Zeit

- zwei Spielzeiten betroffen

- u.U. Rückvergütung von Sponsorengeldern

- Klagen sind zu erwarten, z.T. angedroht

- Dauer der gerichtlichen Entscheidungen, u.U. unterschiedliche Urteile

- Haftungsrisiko des Verbandes

 

Fortsetzung der Saison 2019/2020 ab 01.09.2020

+ Planungssicherheit über längeren Zeitraum

+ Sportliche Entscheidungen werden auf dem Spielfeld getroffen

+ Keine Streitigkeiten vor Gericht oder zwischen den Vereinen

+ Flexible Lösung, falls wegen Pandemie nochmal unterbrochen wird

+ Keine Folgesaison mit erhöhten Mannschaftszahlen

+ Zumindest eine Saison wird sportlich beendet

+ Zuschauereinnahmen fließen

+ Sponsoren wird Gegenleistung geboten

 

- Saisonfinale erst im Herbst

- Sommer traditionell viel Bewegung im Kader

- Neue Regularien müssen in Kraft gesetzt werden bzgl. Saisonende, Vereinswechsel, Altersgruppen, Junioren/Juniorinnen etc

- Ungewissheit zum Ablauf der Saison 2020/2021 (evtl. verkürzte Saison)

 

Die beiden Szenarien werden jetzt in den kommenden Tagen den Vereinen in Webinaren vorgstellt. Bis Sonntag 18:00 Uhr sollen die Vereinsvertreter dann für eines der beiden Szenarien abstimmen. Ein Verein hat eine Stimme. Per Mehrheitsentscheid soll dann über Abbruch oder Fortzsetzung der Saison 2019/2020 entschieden werden. (ac)

 

 

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