So., 04.11.2018 , 08:50 Uhr

Amberg: Diskussion mit Zeitzeugen und Filmemachern

Es war ein 200 Meter hoher Kamin, die den ehemaligen Schwandorfer Landrat Hans Schuierer stutzig werden ließ. In den 80er Jahren sollte bei Wackersdorf die WAA, eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage, gebaut werden. Mit vielen Arbeitsplätzen und ganz ohne Risiken für Mensch und Natur, wurde ihm versprochen. Als er die Pläne sah, tauchte dort eben dieser hohe Kamin auf. Damit wolle man radioaktive Abgase weit in den Himmel leiten, damit sie für die Menschen im Umkreis nicht gefährlich werden, bekam er als Erklärung. Eine Erklärung, die Zweifel bei ihm aufkeimen ließen. Und einen beispiellosen Widerstand befeuerten. Über den Widerstand rum um die WAA wurde jetzt mit Zeitzeugen im Amberger Cineplex gesprochen.

Dazu hatten die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und das Cineplex in Amberg eingeladen. Unter dem Titel „Politik im Kino“ wurde erst der Film „Wackersdorf“ gezeigt. Dann konnten die Zuschauer mit Altlandrat Schuierer, dem Organisator des WAAhnsinnsfestivals, Walter Dürr, mit Filmproduzent Ingo Fliess und mit einem Mitbegründer der Schwandorfer Bürgerinitiative, Wolfgang Nowak, diskutieren.
(eg)

 

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30.10.2025 Wort und Schrift im Staatsarchiv Amberg: Die Proteste gegen die WAA Wackersdorf Vor 40 Jahren entschied die Bayerische Staatsregierung in Wackersdorf eine atomare Wiederaufbereitungsanlage zu bauen. Doch schnell regte sich Widerstand. Landrat Hans Schuierer, erst Befürworter des Projekts aufgrund der möglichen Arbeitsplätze, wurde bald zum Gesicht des Protests gegen die WAA. Er leistete Widerstand zusammen mit einer Bürgerinitiative, die sich im Kampf gegen die WAA gebildet hat. 06.02.2026 Hans Schuirer wird 95! Die Wiederaufarbeitungsanlage sei nicht gefährlicher als eine Fahrradspeichenfabrik – sagte der damalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß über das Projekt. Schuierer – damals Schwandorfer Landrat – verweigerte die Baugenehmigung und wurde schnell das Gesicht des Widerstands gegen die Anlage. Vor allem von 1985 bis zur Einstellung des Baus 1989 gab es zahlreiche Demonstrationen, Konzerte und Kundgebungen 31.03.2026 40 Jahre nach Ostermontags-Demonstration: Hans Schuierer vom BUND Naturschutz ausgezeichnet Wer kann schon von sich behaupten, dass ein Gesetz nach ihm benannt ist? Hans Schuierer kann das. Der damalige Landrat des Landkreises Schwandorf spielte eine zentrale Rolle im Widerstand gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. Anfangs unterstützte er das Projekt sogar, doch ein entscheidender Wendepunkt brachte den radikalen Kurswechsel. Auslöser war ein Plan, in dem 18.05.2026 Aktionstag „40 Jahre Zaunkämpfe“ Aktionstag „40 Jahre Zaunkämpfe“. In einer Andacht in Wackersdorf erinnerte die gleichnamige Aktionsgemeinschaft an den Höhepunkt des Widerstands gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf kurz WAA im Taxöldener Forst. Dies jährt sich 2026 zum 40. Mal. Im Rückblick wurde auch an die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima erinnert. Die Initiatoren kritisierten unter anderem, dass die historische