Do., 19.08.2021 , 13:50 Uhr

Amberg/Schwandorf: "Egozentrischer Doppelmörder"

Lebenslang wegen Mordes in zwei Fällen. Im Prozess um das getötete Paar von Büchelkühn bei Schwandorf ist am Nachmittag das Urteil gesprochen worden.

Der 58-jährige Karlheiz R. („Mexiko-Heinz“) wurde für schuldig befunden, am 27. Juni 2020 seine Ex-Freundin (57) und deren neuen Partner (69) auf deren Terrasse beim Grillen gezielt und lange geplant überfallen und trotz Fluchtversuchen und Gegenwehr erstochen zu haben haben. Dann habe er die Leichen noch entwürdigend drapiert, „um seine Genugtuung zu dokumentieren“. Er habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, so dass Mordmerkmale erfüllt seien, so die Vorsitzende Richterin Jutta Schmiedl.

Auch Leitender Oberstaatsanwalt Joachim Diesch und die Anwälte der Angehörigen der beiden Opfer hatten lebenslange Haft wegen Doppel-Mordes gefordert.
Verteidiger Jürgen Mühl sah dagegen keine Mordmerkmale gegeben, er forderte eine zeitlich begrenzte Strafe lediglich wegen Totschlags. Die Opfer hätten ja von der Bedrohung gewusst und seien daher weder arg- noch wehrlos gewesen.

Karlheinz R. will deshalb das Urteil auch nicht hinnehmen. Er hat seinen Anwalt beauftragt Revision gegen das Urteil einzulegen. Wie Jürgen Mühl gegenüber OTV bestätigte, werde er das auch tun, jedenfalls zur Fristenwahrung. Nach Auswertung der schriftlichen Urteilsbegründung werde er dann endgültig entscheiden.

Alle drei Ankläger hatten in ihren Plädoyers die Verwerflichkeit der Tat angeführt. Sie sei mit normalem Menschendenken nicht nachzuvollziehen. Karlheinz R. habe die Ex-Freundin als sein Eigentum betrachtet, er habe es nicht akzeptieren können, dass sich die Frau gegen seinen Willen von ihm trennt, so Nebenklägervertreterin Claudia Schenk aus Regensburg.

Nebenklägervertreter Erwin Hubert sprach von einer „kaltblütigen rationalen geplanten und aus Tätersicht effizienten Tat“. Er habe gezielt beide töten wollen, weil er auch dem neuen Freund zeigen wollte, dass er ihm überlegen sei und die Macht habe, dem Paar das Lebensrecht abzusprechen. „Es war nichts anderes als Vergeltung für die Ablehnung durch die Frau – für die Kränkung seiner egozentrischen Eitelkeit“.

(gb)

2021 Amberg Bayern Büchelkühn Corona Doppelmord Eifersucht Erwin Hubert gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Joachim Diesch Jürgen Mühl Justiz Jutta Schmiedl Karlheinz. R. Kriminalität Landgericht Amberg Lebenslang lebenslänglich Leitender Oberstaatsanwalt Luhe Mexiko Heinz Mordprozess Oberpfalz Oberpfalz TV OTV OTVA Prozess Rechtsanwalt Richterin Schwandorf Schwurgericht TV Bayern live Weiden

Das könnte Dich auch interessieren

23.02.2026 Beweisaufnahme im Amberger Bandenprozess Am zweiten Tag im Bandenprozess vor dem Landgericht Amberg ist heute die Beweisaufnahme eröffnet worden. Durch Mitschnitte von Abhöraktionen und Zeugenvernahmen soll in den kommenden Wochen und Monaten herausgefunden werden, ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zutreffen. Die Staatsanwälte Silvia Schatz und Philipp Roggenhofer werfen fünf Männern aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf vor, eine kriminelle 20.02.2026 Spektakulärer Bandenprozess Unter schweren Sicherheitsvorkehrungen ist heute in Amberg der Prozess gegen eine mutmaßliche Waffen- und Drogenbande eröffnet worden. Angeklagt sind fünf Männer im Alter zwischen 39 und 48 Jahren, die sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben, um an Geld zu kommen. Sie sollen mit Drogen und Kriegs-Waffen gehandelt haben und durch Raub, Einbruch und Diebstahl 17.02.2026 Werben um den Wähler Zig tausende von Euros geben die Parteien für den Wahlkampf aus. Auch jetzt vor der Kommunalwahl in Bayern klingeln die Kassen. Die Parteien und Kandidaten lassen es sich was kosten, die Wähler mit Giveaways zu beschenken – von Gummibärchen, über Fußbälle und Topfpflanzen bis hin zu Zahnbürsten und Kondomen. Hintergrund ist, dass eine positive Stimmung 16.03.2026 Stichwahlkampf in Amberg Stefan Ott, der Oberbürgermeister-Kandidat der CSU in Amberg muss in die erste Stichwahl seit 1952 in Amberg. Er ist der Wunsch-Nachfolger von Oberbürgermeister Michal Cerny (CSU), der nicht mehr zur Wahl angetreten ist. Am 8. März holte Stefan Ott aber nicht die absolute Mehrheit, er bekam 40,8 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent in der Stichwahl