Di., 02.02.2021 , 13:04 Uhr

Amberg/Speckmannshof: Photovoltaikanlage am Postweiher in der Diskussion

Idylle versus Energiewende: Eine geplante Photovoltaikanlage am Postweiher bei Amberg sorgt für heftige Diskussionen. Auch im Amberger Stadtrat.

Die Notwendigkeit ist jedem der Diskussions-Beteiligten klar: Am Postweiher in Speckmannshof bei Amberg soll eine sieben Hektar große Photovoltaik-Anlage gebaut werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Stadtwerke Amberg bei der Stadt Amberg gestellt. Dass es die Energiewende und solche Anlage brauche, darüber sind sich alle einig. Nur: der Standort sorgt für Kopfschütteln und Diskussionen. Denn das Feld, auf dem die Anlage gebaut werden soll, grenzt direkt an ein Wohngebiet und an ein Landschaftsschutzgebiet an. Zum Teil hat es nur etwa 10 Meter Abstand zu den Häusern am Postweiher.

Zudem ist es eine Hanglage und den Häusern quasi zugeneigt. Die Anwohner befürchten nun, dass das Naherholungsgebiet vor der Haustüre durch die Anlage zerstört werde. Allein der Anblick sei irritierend und dann bräuchte es ja auch Zufahrten, Wartungsarbeiten, die Fläche werde kurzfristig unbrauchbar für die Landwirtschaft, Tiere und Pflanzen würden aus ihrem Lebensraum vertrieben werden.

Die Stadt Amberg habe die Bauplätze am Postweiher außerdem vor etwa 15 Jahren damit beworben, dass man mitten in der Natur wohne. Jetzt würde diese Idylle zerstört werden. Darüber informieren die Anwohner auch auf ihrer Homepage www.am-postweiher.de.

Oberbürgermeister Michael Cerny sagte, dass er diese Bedenken schon verstehen könne. Allerdings sei es so, dass die Pläne für die Anlage dort noch nicht fix sind. Man stehe erst ganz am Anfang eines längeren Verfahrens, bei dem auch die Bürger intensiv beteiligt werden. Außerdem sei das Problem bei der Energiewende, dass sie ein jeder haben wolle, aber eben lieber nicht vor der eigenen Haustüre.

Amberg habe sich das Ziel gesteckt, klimaneutral zu werden und dafür brauche es einfach mehr solcher Anlagen und mehr Mut zur regenerativen Energien. Man wolle die Anwohner aber keinesfalls übergehen und habe deshalb frühzeitig über die Pläne der Stadtwerke informiert.

Auch im Amberger Stadtrat war man sich nicht einig, ob der Platz geeignet sei für eine Photovoltaik-Anlage. Einige Stadträte konnten die Anwohner verstehen und baten um die Prüfung von anderen Flächen. Letztendlich stimmte der Stadtrat aber mit sechs Gegenstimmen für die Einleitung eines Bebauungsplanaufstellungsverfahrens.

(eg)

Amberg Bebauungsplanaufstellungsverfahren Bernd Dirschl Diskussion Energiewende Entscheidung erneuerbare Energien Idylle Landschaft Michael Cerny Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Photovoltaik Postweiher Speckmannshof Stadtrat Wohnsiedlung

Das könnte Dich auch interessieren

13.02.2026 13 Forderungen an die Stadt: Amberg-Initiativen schreiben vor der Wahl offenen Brief Gleichzeitig betonen die Initiatoren, dass in Amberg bereits zahlreiche nachhaltige Projekte angestoßen wurden – etwa die „Grüne Hausnummer“, die ihrer Ansicht nach jedoch wieder eingeschlafen sei. Besonders der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen müsse deutlich schneller vorangehen. Die OB-Kandidaten, die sich dazu geäußert haben, bewerten das Thema unterschiedlich. Tobias Winter (Die Linke) kritisiert, dass vor allem in 03.02.2026 Stadtrat Amberg: Neues Sicherheitskonzept, Wahl-O-Mat-Debatte und Bau-Bilanz Amberg ist eine sichere Stadt. Das gilt im bayernweiten Vergleich, auch gegenüber ähnlich großen Städten. Jährlich veröffentlicht die Polizei einen Sicherheitsbericht, der zeigt: 2023 lag die Gewaltkriminalität auf einem der niedrigsten Werte seit Langem. 2024 sind die Zahlen allerdings wieder stark angestiegen. Unabhängig von der Statistik klafft zwischen objektiver Sicherheitslage und dem subjektiven Sicherheitsgefühl vieler 30.07.2026 Digitaler Zwilling für die Energiewende: Pläne für Energienutzungsplan vorgestellt Mit dem Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern wächst auch die Herausforderung, Stromerzeugung, Netze und Speicher sinnvoll aufeinander abzustimmen. Genau dabei soll der Energienutzungsplan für den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg helfen. Ziel ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien gezielt zu steuern und Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Beim Auftakt des Projekts trafen sich 22.07.2026 Bergwirtschaft am Mariahilfberg: Bauminister bestätigt mögliche Förderung für Sanierung Die Diskussion um die Zukunft der Bergwirtschaft auf dem Amberger Mariahilfberg geht in die nächste Runde. CSU und Junge Union haben am Wochenende beantragt, die Ausweisung eines Sanierungsgebiets zeitnah prüfen zu lassen. Oberbürgermeister Michael Fritz von den Freien Wählern stellte daraufhin klar, dass eine entsprechende Prüfung durch die Stadtverwaltung bereits laufe. Nun hat auch Bayerns