Wiesau als wichtiger Ankunftsort
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zwischen 12 und 15 Millionen Deutsche aus Schlesien und anderen ehemaligen Ostgebieten vertrieben. Viele von ihnen kamen nach Wiesau, bevor sie von dort aus weiter nach Hessen gebracht wurden. Zwischen 1945 und 1947 passierten rund eine Million Menschen den Ort.
Wanderausstellung am BSZ Wiesau
Mit der Ausstellung „Angekommen – Die Integration der Vertriebenen in Deutschland“ erinnert das Berufliche Schulzentrum Wiesau an dieses Kapitel der deutschen Geschichte. Die Wanderausstellung der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibung“ wurde anlässlich eines Gedenktages nach Wiesau geholt und richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler.
Herausforderungen und Neuanfang
Die Ausstellung zeigt die schwierigen Lebensbedingungen der Vertriebenen: Wohnraummangel, Lebensmittelknappheit und soziale Ausgrenzung prägten ihren Alltag. Gleichzeitig wird deutlich, welchen wichtigen Beitrag sie zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands leisteten.
Modell des ehemaligen Flüchtlingslagers
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein detailgetreues Modell des früheren Umschlaglagers am Wiesauer Bahnhof. Dort fanden zeitweise bis zu 1.300 Flüchtlinge eine Unterkunft. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Lagergelände ein Industriegebiet.
Der Gedenktag findet am 12. Juli in Wiesau statt. Geplant sind Beiträge von Zeitzeugen und Vertretern der Bayerischen Staatskanzlei. Ein Gedenkzug durch die Stadt erinnert zudem an die Ereignisse vor 80 Jahren und ihre Bedeutung für die Gegenwart.
(ls)