Fr., 09.06.2023 , 16:31 Uhr

Vohenstrauß

Apotheken streiken

Alle 16 Stunden schließt in Deutschland eine Apotheke dauerhaft. Die Apothekerverbände schlagen Alarm. Hauptvorwurf: Verfehlte Sparpolitik des Bundes. Darauf soll an einem Protesttag am 14. Juni hingewiesen werden – dann streiken die Apotheker.

Am 14. Juni werden viele Apotheken in ganz Deutschland geschlossen bleiben – auch hier in der Oberpfalz. Die Apotheken schließen aus Protest und erklären den 14. Juni zum bundesweiten Protesttag. Die Apothekerschaft reagiert damit auf gesundheitspolitische Entscheidungen der Bundesregierung. Die Präsidentin der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Gabriele Regina Overwiening beklagt „Lieferengpässe, Personalnot und eine seit Jahren bestehende Unterfinanzierung“. Weil die Bundesregierung in ihren Gesetzesvorhaben immer wieder die Probleme der öffentlichen Apotheken übergehe, destabilisiere sie die Arzneimittelversorgung in Deutschland. „Seit Monaten weisen wir auf die brisante Lage hin. Die Apothekenteams retten jeden Tag Leben, in dem sie alternative Präparate für nicht verfügbare Arzneimittel beschaffen. Anstatt die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln über die Apotheken vor Ort zu stabilisieren, wird sie geschwächt“.

„Seit Jahren wurden wir ausgepresst wie eine Zitrone“, so auch der Oberpfälzer Bezirksvorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands, Martin Wolf von der Rosen-Apotheke Vohenstrauß. Und als Dank für das Engagement während der Pandemie seien die Apothekerhonorare faktisch gekürzt worden. Lange genug habe man still gehalten, doch nun müsse laut Alarm geschlagen werden.

Denn jeden Tag müssten Apotheken schließen. Hochschulabsolventen des Faches könnten sich immer seltener den Gang in die Selbständigkeit vorstellen, vor allem, weil die wirtschaftliche Perspektive fehle und die Bürokratie zu hemmend sei. Man müsse der Gesellschaft zeigen, wie groß die Bedeutung der Apotheken für die Versorgung sei und wie dramatisch es wäre, wenn noch mehr Apotheken als verlässliche, soziale Anlaufstellen vor Ort für immer verschwinden würden. Der Protesttag mit versperrten Apotheken sei eine Art Vorschau auf das, was drohe, wenn die Politik nicht einlenke, so Martin Wolf.

Die Arzneimittelversorgung bleibe am Streiktag zwar aufrechterhalten – allerdings nur über die Notdienstapotheken.

(gb)

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