Di., 30.09.2025 , 12:03 Uhr

Weiden

Artenschutz beim Bau des SuedOstLinks war Thema in Weiden

In Weiden hat die Firma TenneT nun einen Vortrag über ihre Artenschutzmaßnahmen beim SuedOstLink-Projekt gehalten. So will TenneT beispielsweise Ersatzlebensräume für Tiere und Pflanzen bereitstellen, die durch den Bau vertrieben werden.

Die Arbeiten am SuedOstLink schreiten immer weiter voran. Insgesamt 273 Kilometer soll die Trasse einmal lang werden und von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt sowie von Klein Rogahn in Mecklenburg-Vorpommern bis nach Isar bei Landshut verlaufen, um Bayern mit Erneuerbaren Energien aus den nördlichen Bundesländern zu versorgen. 2027 ist die Inbetriebnahme geplant. Die Baumaßnahmen machen aber einen großen Eingriff in die Natur erforderlich. Nicht allein wegen des Kabelgrabens, sondern auch wegen den 35 bis 45 Meter breiten Arbeitsstreifen rechts und links des Kanals.

Um zu zeigen, wie die Artenschutzmaßnahmen entlang der Trasse ablaufen, hat die zuständige Firma TenneT einen Informationsvortrag im Erdkabelinformationszentrum in Weiden organisiert. Ziel der Veranstaltung sei es gewesen, die Menschen darüber zu informieren, was TenneT genau mache und warum, so der Fachexperte für vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen, Frederic Hüftlein.

Um die Trasse im Einklang mit dem Artenschutz bauen zu können, muss TenneT einiges beachten. Zum Beispiel, welche Tier- und Pflanzenarten auf der geplanten Strecke leben. Dann müssen Ausgleichsmaßnahmen außerhalb der Baustelle, beispielsweise in Form von Steinhaufen für Zauneidechsen, Wiesen für wertvolle Pflanzenarten, Flächen für Bodenbrüter, Nistkästen für Fledermäuse und Vögel sowie Horste für Greifvögel her.

Für die Umsetzung ist unter anderem der Landesbund für Vogelschutz involviert. Rudolf Leitl vom LBV Amberg-Sulzbach hat für TenneT beispielsweise Fledermauskästen als Ausgleichsmaßnahme aufgehängt. Er sei positiv überrascht, wie sehr TenneT sich für den Artenschutz im Rahmen des Trassenbaus bemühe, wie er selbst sagt. Kritik habe er nur bei der Umsetzung der Maßnahmen. Es gebe zu wenig Menschen, die wirklich Ahnung von den betreffenden Arten haben, um die Maßnahmen richtig umzusetzen. Zudem bringe der Ausgleich in der Nähe der Baustelle nichts, wenn die betreffende Art dort gar nicht mehr lebt, so Rudolf Leitl weiter. Er sehe die Lösung darin, die neuen Habitaten dort zu errichten, wo es noch eine Population gibt, die man stützen könne. Noch wäre Zeit die Maßnahmen anzupassen. Denn die Arbeiten am SuedOstLink sollen voraussichtlich noch bis 2030 andauern. Danach will TenneT die Flächen entlang der Trasse wieder aufforsten.

(km)

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