Fr., 27.05.2022 , 12:30 Uhr

Oberpfalz

Ausstellung zur Wirtshauskultur in der Krise

Wirtshaussterben? Wirtshausleben! Die neue Bayernausstellung im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg beschäftigt sich mit der Wirtshauskultur – darunter natürlich der Oberpfälzer Zoigl.

Im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg ist die Bayernausstellung 2022 eröffnet worden. „Wirtshaussterben? Wirtshausleben!“ heißt sie und läuft bis zum 11. Dezember 2022.

Gehört das bayerische Wirtshaus jetzt auch schon ins Museum? Bereits seit Ende der 1960er-Jahre werden die klassischen Schankwirtschaften immer weniger. In letzter Zeit verschärft sich die Entwicklung dramatisch – nicht erst durch die Corona-Pandemie. Manchem Stadtquartier, vor allem aber immer mehr Dorfgemeinschaften fehlt ein Treffpunkt.

Die Bayernausstellung geht der Frage nach, wie es zum „Wirtshaussterben“ kam: Genannt seien das veränderte Freizeitverhalten der Menschen – Stichwort Feierabendbier vor dem Fernseher –, die Konkurrenz durch Vereinsheime und Imbissketten, immer mehr Vorschriften, fehlendes Fachpersonal, aber auch die mangelnde Anpassungsfähigkeit mancher Wirte.

Der Lage entsprechend kreist die Schau um ein Kunstwerk in der Saalmitte: eine „Explosion“ des bayerischen Wirtshauses mit Lichteffekten und mehr als 400 schwebenden Objekten aus Gaststube und Küche.

Das Haus der Bayerischen Geschichte verfolgt den Aufstieg der bayerischen Wirtshauskultur zu Weltruhm und macht sich Gedanken zu möglichen Lösungen für die Krise.
Namhafte Architekten prägten im 19. Jahrhundert die bayerische Wirtshausgemütlichkeit: Aus bewährten Elementen schufen sie den „Heimatstil“ mit seinen Holzvertäfelungen, Kachelöfen und Herrgottswinkeln. Bierkeller und –gärten, später riesige „Bierpaläste“, am bekanntesten das Münchner Hofbräuhaus, und große Festzelte erfreuten sich international wachsender Beliebtheit.

In der Bayernausstellung begegnen die Besucher legendären Wirten und Kellnerinnen, sie lernen bayerische Spezialitäten von Allgäuer Bergkäs bis Zwetschgenbaames neu kennen und schließen sich geselligen Runden bei Musik und Tanz, Kartenspiel, Kegeln und Flippern an.

Heute finden viele Wirte ihr eigenes Erfolgsrezept, wie zum Beispiel die Oberpfälzer Zoiglwirte. Andere mit regionaler und saisonaler Küche, eigenem Bier oder sogar einer angeschlossenen Mode-Boutique.

Die Ausstellung „Wirtshaussterben? – Wirtshausleben!“ ist bis zum 11. Dezember geöffnet. Täglich außer montags von 9 bis 18 Uhr im Haus der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt in Regensburg.

(gb)

2022 Amberg Bayern Bayernausstellung Bier Flipper Gastronomie Bayern gb gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Haus der Bayerischen Geschichte Holzkegelbahn König Luhe Museum Oberpfalz Oberpfalz TV Oberpfälzer Zoigl Oktoberfest München OTV Regensburg TV Bayern live Wirtshauskrise Wirtshauskultur Wirtshausleben! Wirtshaussterben

Das könnte Dich auch interessieren

11.06.2026 „Deal“ im Weidener Müllprozess erspart Abfallunternehmer lange Haft Im Prozess um den Müllskandal von Tschechien vor dem Weidener Landgericht ist bereits heute am ersten Verhandlungstag der Strafrahmen abgesteckt worden. Die Prozessbeteiligten schlossen einen Deal: Umfassende Geständnisse gegen mildere Strafen. Angeklagt sind ein 53-jähriger Entsorgungsunternehmer aus Weiden und sein 57-jähriger tschechischer Geschäftspartner. Beide sollen aus Gewinnsucht rund 700 Tonnen Müll illegal in die tschechische 03.06.2026 Das Schätzlerbad in Weiden – ein Besuchermagnet Das Schätzlerbad in der Merklmooslohe in Weiden ist eine der beliebtesten Feizeiteinrichtungen der Region. Es wird vom Schwimmverein Weiden e.V. unter Vorsitz von Ilona Forster betrieben, der seit 1921 Weiden um attraktive Freizeitmöglichkeiten bereichert. Begonnen hat es mit dem Süßloher Weiher, dann wurde umgesiedelt auf das Traumgrundstück des Weideners Hans Schätzler, nach dem die Freizeitanlage 02.06.2026 Stille Stunde in Wernbergs Märkten Für neurodivergente Menschen wird Alltägliches zur Qual. Sie reagieren empfindlicher auf Reize als andere Menschen, Lärm, Licht, Musik oder schon das Piepsen der Supermarkt-Kassen kann sie überfordern. So wird der Einkauf zur Belastung. Das Projekt „Stille Stunde“ will hier Abhilfe schaffen. Die aus Neuseeland stammende Idee sieht vor, in Kaufhäusern und Supermärkten zu festgelegten Zeiten 06.05.2026 Von der Müllhalde zum Ökoprojekt Mehr Natur, mehr Klimaschutz. Das verspricht sich das Landratsamt Neustadt an der Waldnaab von dem Projekt „Blühende Deponie“. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Umweltministerium soll die ehemalige Mülldeponie Kalkhäusl begrünt werden. Heute fiel der Startschuss. Laut Landratsamt soll im Rahmen des Vorhabens in einem ersten Umsetzungsschritt eine rund 10.938 m² große Grasfläche auf der Deponie