So., 04.10.2020 , 11:00 Uhr

Bayern: Mythos Oktober bis Ostern - Tipps zum Reifenwechsel

Laut der bekannten Faustregel „O bis O“ ist es wieder soweit: Der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen steht an. Der ADAC Nordbayern gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage.

Tatsächlich ist die Fahrt mit Winterreifen zwischen Oktober und Ostern empfehlenswert, erklärt Jürgen Hildebrandt, Leiter der Abteilung Verkehr, Technik und Umwelt beim ADAC Nordbayern: „Ab Oktober kann es vor allem in fränkischen Mittelgebirgen bereits Frost geben, daher ist man mit einem frühzeitigen Wechsel der Bereifung auf der sicheren Seite.“ Autofahrern, die keine bis wenig Erfahrung beim Reifenwechsel haben, rät der Automobilclub eine Werkstatt aufzusuchen.

Für alle, die die Winterräder lieber selbst montieren, hat der ADAC Nordbayern die wichtigsten Schritte nachfolgend kurz zusammengefasst. Wichtig: Die Reifen sollten mindestens die vorgeschriebene Profiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen, der ADAC empfiehlt jedoch für Winterreifen vier Millimeter.

Vor dem Radwechsel Reifenalter prüfen
Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Vorschrift zum Reifenalter. Dennoch härten die Gummimischungen mit der Zeit aus, was vor allem Grip und Bremsweg negativ beeinflusst. „Der einzige Kontakt zwischen Fahrzeug und der Fahrbahn sind die lediglich DIN A4 großen Aufstandsflächen der Reifen. Daher sollten Winterreifen die älter als acht Jahre sind getauscht werden“, empfiehlt Hildebrandt eindringlich. Das Alter erkennt man an der vierstelligen DOT Nummer an der Seitenwand des Reifens. Hierbei bedeutet die Ziffernfolge 4012: 40. Produktionswoche im Jahr 2012. Der Reifen sollte somit erneuert werden.

Radwechsel: Anleitung Schritt für Schritt

– Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung „P“ bringen
– Radkappe (soweit vorhanden) abziehen. Radmuttern oder –bolzen zunächst etwa eine Viertel Umdrehung lösen
– Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen. Achtung: Beachten Sie die Sicherheitshinweise in der Bedienungsanleitung
– Fahrzeug anheben bis die Montagehöhe erreicht ist
– Radmuttern abschrauben, Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen. Leichtmetallräder können auf Zentrierungen der Stahlnaben haften bleiben
– Der Reifen, der in der Vorsaison auf der Vorderachse angebracht war, kommt auf die Hinterachse und umgekehrt. Gegebenenfalls auf die vorgeschriebene Laufrichtung achten.
– Vor dem Aufstecken des neuen Rades die Radauflageflächen reinigen und einen Kontrollblick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen
– Neues Rad aufsetzen und alle Radmuttern mit dem Radkreuz handfest anschrauben
– Abgenommenes Rad unter dem Fahrzeug hervorholen
– Auto soweit herunterlassen, dass der Reifen gerade am Boden aufsteht
– Radmuttern über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Hierfür benötigen Sie einen Drehmomentschlüssel und die Herstellerinformationen für das korrekte Drehmoment
– Die abmontierten Reifen auf der Lauffläche kennzeichnen, zum Beispiel mit Wachskreide („VR“ für „vorne rechts“, „HL“ für „hinten links“ etc.). So vermeiden Sie beim nächsten Wechsel Unklarheiten

Direkt nach der Reifenmontage sollte unbedingt der Luftdruck geprüft werden. Außerdem rät der ADAC spätestens nach 50 Kilometern die Schrauben zu prüfen.

Alternative Ganzjahresreifen bleiben Kompromiss
Die Nachfrage nach Allwetterreifen steigt: 2019 ist ihr Anteil am Reifenverkauf auf 20 Prozent gestiegen. Doch auch wenn die vermeintlichen Alleskönner Zeit und Geld sparen, sie bleiben ein Kompromiss und kommen nicht an die Leistungen der Spezialisten. Ganzjahresreifen sind lediglich für Autofahrer geeignet, die keinen Ski- oder Sommerurlaub im Süden planen und überwiegend innerstädtisch unterwegs sind. Mehr dazu im aktuellen ADAC Test 2020.

(Bildquelle: Dennis Heldt/ADAC Nordbayern)

(vl)

ADAC Anleitung Auto Nordbayern Oberpfalz Oberpfalz TV Oktober Ostern OTV Radwechsel Reifen Sicherheit

Das könnte Dich auch interessieren

16.07.2026 38. Weidener ADAC-Veteranenausfahrt Historische Fahrzeuge bei der 38. Weidener ADAC-Veteranenausfahrt. Nach der Übergabe der Startunterlagen durfte Oberbürgermeister Benjamin Zeitler die Startfahne schwingen und die ersten Fahrer persönlich auf die rund 65 Kilometer lange Strecke schicken. Anschließend nahm er selbst als Beifahrer im schwarzen Adler Diplomat der Stadt Weiden an der Ausfahrt teil. Insgesamt gingen 142 Oldtimer und Motorräder 29.06.2026 Frontalzusammenstoß auf der B 299 bei Mitterteich – Rettungshubschrauber im Einsatz Schwerer Verkehrsunfall bei Mitterteich am Samstagmittag: Ein 42-jähriger Opel-Fahrer geriet auf der B 299 aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr und prallte frontal mit einem Renault zusammen. Der Unfallverursacher und seine Beifahrerin wurden schwer verletzt, ebenso die Beifahrerin im Renault. Sie war eingeklemmt, musste von der Feuerwehr befreit werden und kam per Hubschrauber ins Krankenhaus. 16.06.2026 Neue Wasserwachtstation am Murner See Der Murner See hat eine neue Wasserwachtstation. Seit Samstag ist die Wasserwacht nun nicht mehr auf die bisherige mobile Lösung angewiesen, sondern kann auf eine umfassende Infrastruktur vor Ort zurückgreifen. Dazu zählen unter anderem Erste-Hilfe-Bereiche, Gemeinschaftsräume und Sanitäranlagen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 385.000 Euro. 130.000 Euro wurden vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft 18.05.2026 Auto überschlägt sich bei Poppenreuth Bei einem Unfall nahe Poppenreuth sind zwei Menschen leicht verletzt worden. Laut der Polizei Tirschenreuth kam der Wagen am Samstagnachmittag zwischen Poppenreuth und Redenbach allein beteiligt von der Straße ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Die leichtverletzten Insassen konnten sich selbst befreien. Nach aktuellem Ermittlungsstand könnte Übermüdung die Unfallursache sein. Der Schaden