Der Neujahrsempfang der Grünen in Weiden stellte die Frauen in den Fokus. Grund dafür ist, dass die Kommunalwahl in diesem Jahr auf den Weltfrauentag fällt. Mit dem Aufdruck „Wählt frauen tag“ auf dem T-Shirt hat Oberbürgermeisterkandidatin Laura Weber die Veranstaltung abgehalten und einen Ausblick auf das neue Jahr gegeben.
So wolle die Partei in Weiden bei der Kommunalwahl unter anderem die Schulen in den Vordergrund setzen, mehr Wohnraum und Raum für Familien sowie für junge Menschen schaffen, so Weber. Auch die frauen- und vielfaltspolitische Sprecherin der Grünen Bayern, Theresa Eberlein, war zum Neujahrsempfang nach Weiden gekommen. In ihrer Rede betonte sie, dass in manche Punkte, wie beispielsweise den ÖPNV, nicht so gut investiert werde wie in den Straßenbau. Das liege daran, dass die meisten Entscheidungsträger männlich seien.
Deshalb kämpfen die Grünen laut Theresa Eberlein dafür, dass mindestens fünfzig Prozent der Ratsmitglieder und kommunalen Spitzen Frauen sind. Die Kommunalwahl sei dafür eine gute Gelegenheit. Denn aktuell sind lediglich rund 10 Prozent der Bürgermeister in Bayern weiblich.
Ein weiteres Thema, auf das die Grünen bei ihrem Neujahrsempfang hinweisen wollten, war die Sicherheit und Repräsentanz von Frauen in der Gesellschaft. Dafür haben die Grünen die Leiterin des Weidener Frauenhauses, Enikö Nagy, eingeladen. Obwohl in wenigen Wochen ein weiterer Platz im Frauenhaus zur Verfügung stehen soll, reichen diese acht Plätze laut Nagy nicht aus. Um den Bedarf in der Region decken zu können, brauche es insgesamt 21 Plätze im Frauenhaus, so die Leiterin.
Bundesweit ist die häusliche Gewalt in den letzten 5 Jahren um 14 Prozent gestiegen. Auch in Weiden müsse das Frauenhaus regelmäßig Frauen in eine andere Stadt schicken, wo vielleicht noch ein Platz frei ist, so Nagy. Denn das Frauenhaus in Weiden sei oft überfüllt. Zusätzlich zur Finanzierung, sei es auch wichtig, die Istanbul-Konventionen umzusetzen, weil auch andere strukturelle Bedingungen geschaffen werden müssten, damit betroffenen Frauen und den mit betroffenen Kindern effizient geholfen werden könne, so die Leiterin weiter. Zudem brauche es unter anderem eine ausreichende Finanzierung von Schutz- und Beratungsplätzen sowie eine Fachberatungsstelle in der Region, an die sich Frauen niedrigschwellig und schnell wenden können, so Nagy.
(km)