Mo., 15.06.2026 , 15:43 Uhr

Thanstein

Beim zweiten Anlauf klappts: Thanstein wählt Michael Brandl zum Bürgermeister

Thanstein im Landkreis Schwandorf hat nun auch einen neuen Bürgermeister. Der erste Anlauf vor knapp drei Monaten war gescheitert. Jetzt steht Michael Brandl von der Christlichen Wählergruppe Kulz an der Spitze.

 

Fast drei Monate nach der Kommunalwahl steht fest: Nun hat auch die Gemeinde Thanstein einen neuen Bürgermeister. Beim Wahlgang am Sonntag konnte Michael Brandl rund 70% der Stimmen erlangen. Er war der einzige feste Kandidat auf dem Wahlzettel – trotzdem dankt er den Thansteinern für ihr Vertrauen.

Eine Gemeinde im Bürgermeister-Limbo

Mit seiner Wahl endet eine ungewöhnliche Phase in der Kommunalpolitik von Thanstein. Denn bei der ursprünglich angesetzten Bürgermeisterwahl im März hatte sich kein Kandidat für das Amt gefunden. Die Wahl wurde deshalb als sogenannte Urwahl durchgeführt. Die Wähler konnten selbst einen Namen auf den Stimmzettel schreiben.

Das Ergebnis damals: Michael Brandl erhielt mit 29,1 Prozent die meisten Stimmen. Für eine direkte Wahl reichte das jedoch nicht. Ohne absolute Mehrheit hätte eine Stichwahl gegen den Zweitplatzierten stattfinden müssen. Dieser lehnte eine Kandidatur allerdings ab – die Wahl war damit gescheitert.

Bis zur konstituierenden Sitzung führe Brandl als Gemeinderats-Ältester für kurze Zeit kommissarisch die Geschäfte der Gemeinde. Dann wurde Christian Obermeier als zweiter Bürgermeister bestimmt und übernahm die Aufgabe bis zur richtigen Bürgermeisterwahl. Dass sich Brandl dafür entschied, nun als richtiger Kandidat anzutreten, liege vor allem am großen Vertrauen, das er bei der Uhrwahl erhalten hatte.

Landwirt, Mechaniker, Bürgermeister

Michael Brandl stammt aus dem Gemeindeteil Kulz. Dort führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb und arbeitet zusätzlich in Teilzeit als Landmaschinenmechaniker. Künftig kommt nun also noch das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters hinzu. Dass sich diese verschiedenen Aufgaben miteinander vereinbaren lassen, sieht Brandl optimistisch. Er sei es gewohnt, über den normalen 8-Stunden-Tag hinaus zu arbeiten.

Doch bevor die Arbeit im Rathaus beginnt, wurde erstmal gefeiert. Im Kulzer Dorflokal, dem Krämerhof, kamen Unterstützer und Wegbegleiter zusammen. Unumgänglich am Sonntag-Abend: Auf dem Fernseher in der Wirtsstube lief das Fußball-WM-Spiel zwischen Deutschland und Curaçao, und beim 7:1 für Deutschland hatte Brandl am Abend sicher noch einen zweiten Grund zum Feiern.

(sb)

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