Di., 13.08.2024 , 11:29 Uhr

Weiden

Brauerei Gambrinus äußert sich zur Insolvenz

Wie steht es um Gambrinus? Die Weidener Brauerei hat kürzlich Insolvenz angemeldet. Jetzt ist das vorläufige Insolvenzverfahren im vollen Gange. Der Optimismus der Geschäftsführung und des Insolvenzverwalters ist gespalten.

Für Insolvenzverwalter Alexander Kießlich könnte es einer seiner schwierigsten Fälle werden – das weiß er schon jetzt. Am 02. August hat die Brauerei Gambrinus Insolvenz angemeldet. Seitdem ist Kießlich mit dem vorläufigen Insolvenzverfahren beschäftigt. Es gilt, sich ein Bild des Unternehmens zu machen, die Geschäftsführung und die Mitarbeiter aufzuklären, und möglichst viele liquide Mittel zu beschaffen. Bis jetzt läuft alles gut – trotzdem hält sich der Optimismus des Insolvenzverwalters in Grenzen.

Ein Rückblick: Schon seit Ende des vergangenen Jahres reihten sich die Gerüchte um eine finanzielle Schieflage der Brauerei. Der langjährige Geschäftsführer, Steffen Hartmann, hatte gekündigt. In den vergangenen Monaten häuften sich dann die Anzeichen. In Weiden kamen die ersten Feste ohne Gambrinus aus, Supermärkte nahmen kein Leergut mehr an, und schlussendlich blieben die Löhne der Mitarbeiter aus. Dass der Insolvenzantrag erst so spät gestellt wurde, sorgt für Kritik. Sogar Vorwürfe einer Insolvenzverschleppung stehen im Raum.

Große Herausforderungen

Derzeit heißt es aber erst einmal: alles tun, um die Brauerei zu retten. Von Seiten der Geschäftsführung herrschte bisher Stille. Nun hat sich der Prokurist der Brauerei, Michael Hetscher, erstmals in einem Interview mit Oberpfalz TV geäußert. Die Brauerei befinde sich jetzt in einer Sanierungsphase, „wo wir guter Dinge sind, Gambrinus zu erhalten“, so Hetscher. Es ist eine Hoffnungsbotschaft, auf die viele gewartet haben. Trotzdem teilen nicht alle Akteure diesen Optimismus.

Insolvenzverwalter Kießlich bleibt vorsichtig mit großen Zukunftsspekulationen. Er steht vor einigen Herausforderungen. Nicht nur sind bereits viele Kunden der Brauerei Gambrinus abgesprungen, auch sind die großen Feste des Jahres vorbei. Somit fehlen mehrere wichtige Geldquellen. Zudem schränkt der späte Insolvenzantrag der Brauerei seine Mittel ein. Einige Fristen laufen bald ab. Um alles unter einen Hut zu bekommen, müssen sich die Beteiligten sputen.

Erste Lichtblicke

Trotzdem hat Kießlich die ersten guten Nachrichten zu verkünden. Die ausstehenden Löhne der Mitarbeiter seien teilweise gesichert. Kießlich hofft, die Juni-Gehälter noch diese Woche auszahlen zu können. Kurz darauf soll dann der Juli folgen. Weitere frohe Botschaften gibt es für die Weidener Bierliebhaber. Das Gambrinus-Bier gibt es noch zu trinken. Derzeit verkauft die Brauerei ihren übrigen Vorrat direkt vom Hof.

Wie genau es mit Gambrinus weitergehen soll, das steht noch in den Sternen. Möglich ist, dass die Brauerei verkauft wird. Insolvenzverwalter Kießlich hat dafür bereits zwei Interessenten gefunden. Die Geschäftsführung mit Michael Hetscher wünscht sich stattdessen, dass die Brauerei in ihrer aktuellen Form bestehen bleibt. Schließlich ist sie ein Traditionsunternehmen mit fast 100 Jahren Geschichte. Als letzte verbleibende mittelständische Brauerei in Weiden soll sie die Brauereikultur der Stadt am Leben halten.

(sb)

Alexander Kießlich Bier Brauerei Brauerei Gambrinus Brauhaus Finanzen Gambrinus Geld Geschäftsführung Insolvenz Insolvenzverwalter Konkurs Michael Hetscher Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Pleite Prokurist Simon Bauer Verfahren Weiden Zukunft

Das könnte Dich auch interessieren

05.12.2025 Neuer Kompromiss soll Weiden aus der Haushaltskrise ziehen Was vor wenigen Tagen noch unmöglich schien, ist nun gelungen: In Weiden konnten Oberbürgermeister Jens Meyer sowie die CSU- und SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Benjamin Zeitler und Roland Richter einen Kompromiss im Haushaltsstreit finden. Nach dem gescheiterten Haushaltsentwurf der vergangenen Woche – ausgelöst vor allem durch heftigen Streit über eine mögliche Erhöhung der Gewerbesteuer – wurde hinter 27.11.2025 Haushaltsstreit in Weiden: Gewerbesteuer gewinnt gegen Realschule In Weiden haben die Diskussionen rund um den Haushalt für das Jahr 2026 begonnen, und gleich zu Beginn spitzen sie sich zu. Obwohl der Haushalt der Stadt bereits unter strenger Beobachtung der Regierung der Oberpfalz steht und ein Defizit von rund 5,5 Millionen Euro klafft, bleibt eine Lösung vorerst aus – der erste Haushaltsentwurf für 21.04.2026 Bierprobe für 88. Weidner Frühlingsfest Weidens zweiter Bürgermeister Lothar Höher hat das erste Faß Festbier für das Weidener Frühlingsfest angezapft. Die Traditionelle Bierprobe am Unteren Markt in Weiden markiert den inoffiziellen Startschuss für das 88. Volksfest. Zum zweiten Mal wird dort im Bierzelt das Bier der Schlossbrauerei Naabeck ausgeschenkt. Die ersten Schlucke genehmigte sich neben dem künftigen Weidener Oberbürgermeister Dr. 08.04.2026 Bilanz nach einer Woche Spritpreis-Gesetz: Preissprünge und leere Tankstellen Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Das sorgt in der Oberpfalz für ein neues Bild: Kurz vor Mittag herrscht Hochbetrieb, danach bleiben viele Zapfsäulen leer. Auch insgesamt wird weniger getankt, beobachtet Rainer Stammler, der Betriebsleiter bei Bergler in Amberg. Viele Betreiber erhöhen die